von Marie Friese
Die Macht der Medien
Im zweiten Teil der Tagung, konnte sich zwischen drei verschiedenen Workshops entschieden werden: „Beitrag der Politik zur Subversion“, „(Selbst-) Inszenierungen im Netz“ und „Beitrag der Medien zur Subversion“. Tom Schimmeck, Journalist und Mitbegründer der taz, und Chris Köver, Redakteurin und Herausgeberin des Missy Magazines, sollten im letzteren Workshop also darüber diskutieren, wie die Medien die Darstellung der Geschlechter verändern und (mit)bestimmen.
Tom Schimmeck stellte uns ausführlich sein Buch „Am besten nichts Neues“ vor und versuchte deutlich zu machen, wie viel Macht die Medien über Geschlechterbilder haben. Am Beispiel vom Fall der Politikerin Andrea Ypsilanti wurde verdeutlicht, wie es Medien gelingt eine einzige Frau zu demontieren, ihr die Glaubwürdigkeit abzusprechen und eine politische Karriere zu verhindern. Die aktuell geforderte Frauenquote in Führungspositionen hätte an diesem niederschmetterndem Medienecho gegen Ypsilanti nichts geändert, so scheint der allgemeine Konsens der Diskussion. Denn auch Journalistinnen waren zu genüge an der Demontage Ypsilantis beteiligt.
Leider zog sich der Fall Ypsilanti durch den ganzen Workshop, sowie die anschließende Abschlussdiskussion und fing an zu viel Raum einzunehmen, weswegen dann andere Aspekte zu kurz kamen. Wie zum Beispiel die Frage danach, wie Medien unterstützt werden könnten gegen Mainstream-Meinungen zu halten und neue Geschlechterbilder zu konstruieren. Oder wie Frauen in den Medien mehr für ihre Taten als für ihr Aussehen bewertet werden können. Es fehlte schlichtweg der Ausblick in die Zukunft und Anregungen für ein Handeln im hier und jetzt.
Vorbilder schaffen mit Missy Magazine
Umso erfrischender war der Vortrag von Chris Köver, die es schaffte mit der Vorstellung ihres Missy Magazines einen Weg aufzuzeigen, wie Medien beeinflusst und verändert werden können: mensch gründet einfach selber ein neue Zeitschrift und ändert in dieser alles, was einem in den bis jetzt vorhandenen Medien stört.
2008 gründete Chris Köver, zusammen mit Stefanie Lohaus und Sonja Eismann das Missy Magazine. Sie waren genervt von der Magazinlandschaft in Deutschland und mit Hilfe einer Förderung gelang es ihnen diese fixe Idee bald in die Realität umzusetzen. Sie wollten ein feministisches Magazin, welches sich aber auch Themen der Mode und Musik widmet, gleichzeitig aber auch politische Themen aufgreift. Abgebildete Frauen im Missy Magazine bezeichnen sich nicht per se als Feministinnen, können aber als Vorbildfunktion für andere Mädchen und Frauen herhalten, weil sie etwas machen, was „cool und spannend ist“ und sie gut darin sind. Ferner gibt es in der Zeitschrift auch Beiträge zum Thema Kochen, wie zum Beispiel das Rezept für einen“ DJ-Set Kuchen“.
Doch auch an diesem Punkt bleibt für mich die Frage bestehen, was ich selbst tun kann, um Medien in eine geschlechtersensible Richtung zu verändern, ohne gleich ein eigenes Magazin zu gründen.
Frauen in der Politik
Das Abschlusspanel wurde von Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina-School of Governance, Marion Knaths, Leiterin von sheboss und Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, bestritten. Claudia Neusüß, Gastprofessorin an der TU Berlin und Mitarbeiterin bei compassorange, moderierte die Diskussion. Leider glich diese einem Austauschforum zum Thema „Wie kommt Frau in die Politik“. Prof. Dr. Gesine Schwan reflektierte ausgiebig den Verlauf ihrer Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin 2004 und 2009. Sie zeigte auf, wie schwierig es für sie war in dieser Zeit als ernsthafte Kandidatin anerkannt zu werden und in Artikeln nicht nur auf ihr Äußeres, wie ihre „Vogelnestfrisur“, beschränkt zu werden. Der Umgang der Medienmacher_innen mit Angela Merkel kam ebenfalls nicht zu kurz. Sie wurde als Politikerin beschrieben, die es inzwischen wohl teilweise geschafft hat, in den Medien für ihre Politik bewertet zu werden und weniger für ihre äußere Erscheinung.
Frauen, die weder in der Politik eine Rolle spielen, Journalistinnen sind oder Führungspositionen inne haben, bekamen kaum Raum an diesem Abend. Auch die Rolle von Männern in den Medien wurde auf die Politiker Helmut Schmidt und Joachim Gauck beschränkt. Die (fehlende) Darstellung von Menschen, die sich nicht in die Logik der Zweigeschlechtlichkeit einordnen lassen (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) wurde thematisch nicht angeschnitten. Oder wäre diese Tagung nicht auch eine gute Gelegenheit gewesen, um das relativ flach ausgefallene Medienecho über die Stellungnahme des Ethikrates über Intersexuelle zu beleuchten?
Frauen als Medienmacherinnen
Dafür wurde die aktuelle Debatte über die Frauenquote für Journalistinnen in Führungspositionen aufgegriffen. Es wird eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent in Spitzenpositionen von Redaktionen gefordert. Hierbei wird deutlich: Es ist längst überfällig geworden, dass Frauen sich unter die Männerdomäne der Chefredakteure mischen. Aber auch: Eine differenzierte und geschlechtersensible Berichterstattung wird es nicht per se dadurch geben, dass Frauen Medien machen. Als Beispiel kann hier wieder der Fall von Ypsilanti herangezogen werden.
Was Menschen brauchen, um einen geschlechtersensiblen Journalismus betreiben zu können, wäre hier eine gut Frage zur Vertiefung gewesen. Anstelle dieses Aspektes bekommen die Teilnehmenden der Tagung noch einen kleinen Crash-Kurs zum Thema die „Haltung der erfolgreichen Frau“. Wir machen eine Körperübung, setzen uns an den Stuhlrand und versuchen Haltung anzunehmen. Dies soll nicht nur gegen Aufregung wirken, sondern auch Männer überzeugen. Kurz danach folgt zum Glück die Kritik aus dem Publikum: „Warum lernen wir gerade hier, uns an männliche Haltungsnormen anzupassen?“
To be continued
Die Tagung vermittelte einen vielfältigen Einblick in verschiedene Themenkomplexe die Medien und Gender berühren. Es wurde deutlich, wie machtvoll Medien sind, uns im Alltag prägen und das politische Geschehen beeinflussen können. Gender matters! Doch die Chanceüber Ideen zu reden, wie wir unsere Medien gerne haben würden und wie wir zu diesem Ziel gelangen können, wurde vertan. Medien werden von Menschen gestaltet, unterliegen also auch der Möglichkeit des Wandels. Ebenfalls ging ich an diesem Tag mit der Frage hinaus, welche Konsequenzen die Erkenntnisse für mich als nicht Medienschaffende haben sollten. Wo sind meine Handlungsoptionen und Verantwortungen, welche Rolle spiele ich in der medialen Macht?
Diese Fragen werden auf der Folgeveranstaltung, die es voraussichtlich geben wird, hoffentlich berücksichtigt werden. Genauso wie das nächste Mal auch ein intersektionaler Blick Beachtung finden muss.
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Gender matters - yes indeed! (Teil 2)
Geschrieben von Gunda-Werner-Institut
um
16:27
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Tags für diesen Artikel: chancengleichheit, diskussionen, frauen, gender, gleichberechtigung, heteronormativität, identität, journalismus, medien, männer, politik, publikationen, sprache, vorträge, workshops
Gender Matters- yes indeed!
Ein Bericht von Marie Friese zur Tagung am 16.03.2012, der Friedrich- Ebert- Stiftung :
„Gender Matters! Die Macht medialer Geschlechterbilder“
Am Freitag den 16.03. lud die Friedrich-Ebert Stiftung zu einer Tagung mit dem vielversprechenden Titel “Gender Matters! Die Macht medialer Geschlechterbilder“ ein. Schon die Angebote an verschiedenen Workshops, die zwischen dem Einführungsvortrag und der Abschlussdiskussion angeboten wurden, machten Lust auf einen Tagesausflug in die Welt der Medien – natürlich stets mit Genderbrille im Gepäck.
Diesen Gedanken teilten an diesem Tage viele Menschen, die trotz schönstem Frühlingswetter zahlreich in der Friedrich-Ebert-Stiftung eintrafen. „ Im Rahmen der Tagung möchten wir der Frage nachgehen, […], wo also das Potenzial für Veränderung und für alternative Entwürfe von Geschlechterbildern liegt“, so lautet ein Auszug des Einladungstextes der Tagung, die in Medienpartnerschaft/Kooperation mit dem Missy Magazine durchgeführt wurde.
Her mit den Alternativen!
Den Einstieg machte an diesem Tag Prof. Dr. Margreth Lüneborg, Professorin an der Freien Universität Berlin im Bereich Journalistik, die sich in den letzten Jahren u.a. in dem Projekt „Spitzenfrauen im Fokus der Medien“ beteiligte. In ihrem Vortrag über „Konstanz und Wandel von Frauen- und Männerbildern“ war der Fokus allgemeiner gefasst und konzentrierte sich auf Medien und ihre Rolle als Bühne für Geschlechterinszenierungen.
Medien liefern Geschlechterrollenskripte, zeigen den Betrachter_innen, was Mannsein und Frausein ausmacht, erläutert Prof. Dr. Lüneborg. Die dadurch produzierten Geschlechterbilder können als Identifikationsangebote gesehen werden, welche ebenfalls auf geschlechtergebundende Zuschreibungen, die außerhalb der Medienwelten existieren, zurückgreifen. Damit hebt Lüneborg hervor, dass Medien nicht ungebunden von ihrer Außenwelt agieren (können). Doch auch wenn sich mediale Geschlechterbilder an „realen“ Geschlechterbildern orientieren, so bedingen sie sich gegenseitig. Deswegen müssen sich auch Medien ihrer Macht und damit einhergehend ihrer Verantwortung von transportierten Geschlechterbildern bewusst werden. Prof. Dr. Lüneborg fordert: Ein medialer Wandel stünde an, der vielfältige Identifikationsangebote schafft. Ein Wandel, der Bilder und Rollen abbildet, die über die binäre Vorstellung von „der Mann“ und „die Frau“ hinausreichen.
Mit Vorsicht zu genießen
Wenn die Hälfte junger Mädchen heutzutage aber „Topmodel“ als ihren Berufswunsch angeben, so ist dies ein klares Zeichen dafür, dass es an alternativen Identifikationsangeboten fehlt. Sendungen wie „Germanys next Topmodel“ reproduzieren weibliche Geschlechtersterotype, die sicherlich ein Teil heutiger Realität von gelebten Geschlechtervorstellungen darstellt, denen es jedoch an einem Gegenpol fehlt, um diese Geschlechterbilder zu relativieren und abzuschwächen. Und so werden die Medien und Medienmacher_innen ohne alternative Vorbilder weiterhin stereotype Darstellungen als erstrebenswerte Ideale von Männern und Frauen aussehen lassen.
Nach dem Einführungsworkshop konnte mensch sich zwischen zwei Workshops mit den Themen „Darstellung in der Journalistischen Berichtserstattung“ und „Inszenierung von Geschlecht im Unterhaltungs-TV“ entscheiden. Ich wählte letzteren Workshop und war gespannt, auf neue Serien und Filme, die es nicht nur schaffen zu unterhalten, sondern auf Geschlechtersterotype verzichten. ob es bereits einzelne Fernsehserien und Filme gibt, denen es gelingt außer zu unterhalten auch Wert darauf zu legen auf Geschlechtersteroytpe zu verzichten und Klischees über Geschlechter aufzubrechen. Bis jetzt waren mir jedenfalls keine derartigen Produktionen bekannt, die das Unterhaltungs-Fernsehen nutzten, um dem_der Zuschauer_in das Undoing Gender näher zu bringen.
Doing Science-Fiction – Doing Gender
Im ersten Input entführte uns Dr. Nadja Sennewald, Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin, auf die Reise in die Welt der Science-Fiction. In ihrem Beitrag „Alien Gender - Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien“ tauchten wir in die Welt von Startrek Voyager (1987-2005) ein, ein Ausschnitt einer der sechs Science-Fiction-Serien, die Sennewald in ihrer Studie untersucht hat. „Offensichtlich fiktive Serien“ laden doch eigentlich zu spielerischen, neuen Geschlechterrollen ein, so lautet die Ausgangsüberlegung. Die Frage, ob stereotype Darstellung in Startrek Voyager gebrochen wird und eine Darstellung jenseits der Dichotomie der Geschlechter stattfindet, beantwortet uns exemplarisch die Figur von Captain Kathryn Janeway. Dieser gelingt es zwar als Captain ein Raumschiff zu leiten, unterscheidet sich aber bei näherem Hinsehen maßgeblich von ihren männlichen Kollegen in „Leitungspositionen“. So verkörpert Janeway eine Rolle, die stets instabil und unberechenbar ist. Von ihr verschuldete, außer Kontrolle geratenen Situationen werden von männlichen Personen richtig gestellt und gerettet. Frau Dr. Sennewald bringt es auf den Punkt: Frauen können die narrative Ordnung nicht herstellten, da sie selbst die Unordnung und das Chaos verkörpern.
Dass in Startrek Voyager jede Chance vertan wurde, Klischees über die Frau aufzubrechen wird auch deutlich, wenn erzählt wird, dass Captain Kathryn Janeway sich regelmäßig in andere Zeiträume beamen lässt und dort ihre romantische Seite als „Frau“ ausleben kann.
Action Girls: am Ende doch „nur Frauen“?
Doch es gibt sie, die „neuen Weiblichkeitsbilder“ in Science-Fiction-Serien und Kinofilmen. Sie werden „Action Girls“ genannt und zeichnen sich durch ein „hohes Aggressionspotenzial“ und „technische Affinität“ aus. Dennoch sind diese „Action Girls“, wie z.B. Lara Croft, nur in Teilbereichen gut und haben meistens „Co-Helfer“, die ihnen zur Seite stehen. Die Bereitschaftdieser Frauen Gewalt anzuwenden muss natürlich gerechtfertigt werden und so wird eine kriminelle Jugend und eine schwierige, nicht „typisch weibliche“ Vergangenheit zum Sündenbock für das eher „untypische“ Verhalten der Action-Frauen gemacht. Szenen, in denen ein „Action Girl“ erfolgreich aus einem Kampf herausgeht, sind auch vielfach zu sehen. Diese „weibliche Überlegenheit“ wird wiederum vielfach dadurch relativiert, dass die Frau am Ende nicht allein als Siegerin stehen bleibt, sondern erschöpft in die Arme eines Mannes fällt.
Das Fazit des Beitrages fällt ernüchternd aus: So gibt es zwar vermehrt Frauen in handlungstragenden Rollen, diese werden dann aber dargestellt, als wären sie in ihren Machtpositionen immer wieder auf die Hilfe der Männer angewiesen. Und obwohl es durchaus neue Rollenbilder gibt und Frauen nicht nur die Opferrollen zugeteilt bekommen, ist es Science-Fiction-Serien nicht gelungen, Rollenbilder zu schaffen, welche die binäre Logik von Mann und Frau verlassen.
Wissenschaft im Film: eine männliche Domäne?
Im nächsten Input verschaffte uns Prof. Dr. Flicker, Soziologin an der Universität Wien, einen Überblick über „die Geschlechterritualisierung von Wissenschaft im Mainstream-Spielfilm: 1930 bis heute“. Sie erläutert, dass die Filmanalyse auch einen Teil Gesellschaftsanalyse darstellt. Bilder der Geschlechterbesetzung in Berufen, in diesem Fall wissenschaftlichen Arbeitsfeldern, werden für viele aus medialen Bildern konstruiert. Bekommen Kinder die Aufgabe zugeteilt eine_n Wissenschaftler_in zu zeichnen („Draw a scientist“), so malen diese meistens einen Wissenschaftler. Wissenschaftsberufe sind also häufig noch immer männlich konnotiert.
Frau Prof. Dr. Flicker untersuchte mehr als 100 Spielfilme, in denen sie 7 bis 8 Stereotype von Frauen als Wissenschaftlerinnen herausarbeitete. Hier gibt es u.a. die „alte Jungfer“, die sich ganz der Wissenschaft hin gibt und Liebesbeziehungen scheut, also nie Frau und Wissenschaftlerin sein kann oder auch „die Herbe“, die einen Gegenpol zur „Weiblichkeit“ darstellt und gerne als Kettenraucherin abgebildet wird. Auch vorhanden ist „die Gute/Naive“, eine Wissenschaftlerin, welche vor lauter Naivität dann schlussendlich auch wieder von Männern gerettet werden muss. „Die einsame Heldin“ ist eine weitere Kategorie, die z.B. im Film „Contact“ von Jodie Foster dargestellt wird. Hier ist die Frau eine einsame Wissenschaftlerin im männlichen Machtapparat.
Das ein Wandel von Geschlechterrollen in den Medien stattfindet, wird auch daran deutlich, dass die Kategorisierung der Stereotype in den letzten Jahren von Frau Prof. Dr. Flicker erweitert werden mussten, da neue „Frauentypen“ in der Wissenschaft hinzukamen. So gibt es nun auch „die kluge und sexy Kampfmaschine“ und „die Zweiflerin“.
Doch zeigt das Fazit noch viel Nachholbedarf an medialer Veränderung der Geschlechterbilder auf. Es muss möglich sein, dass Wissenschaftlerinnen als Menschen dargestellt werden, die Beruf und Liebe oder Beruf und Familie vereinbaren können. Wissenschaft darf nicht als einziger Lebensmittelpunkt der Frauen inszeniert werden, nur damit eine Erklärung gefunden wird, wie es Frauen in wissenschaftliche Berufe schaffen. Das Bild der Wissenschaftlerinnen muss außerdem über die weiße Hetero-Frau hinausgehen. Frauen kommen zwar in Filmen mit Wissenschaftsthemen vor, ihre Rollen sind aber noch weit davon entfernt als Vorbild zu dienen, wie „Wissenschaft“ und „Frau-Sein“ unter einen Hut passen.
Traditioneller Tatort bricht Geschlechterklischees
Mit dem letzten Vortrag dieses Workshops erfreute uns Frau Dr. Ines Kappert, Leiterin des Ressorts für Meinung und Debatte in der taz. Dieser trug den Titel: „Die Komissarinnen sind da. Die TV-Karriere von Frauen, die viel leisten und zu wenig Spaß haben“. Obwohl in Krimis vermehrt realitätsbezogene Geschichten dargestellt werden und die Polizei ein eher männlich dominierender Bereich ist, ist zurzeit ein weltweiter Kommissarinnen-Boom zu vernehmen, leitete Frau Dr. Ines Kappert ihren Vortrag ein. Am Beispiel der wohl beliebtesten deutschen Krimiserie „Tatort“ wird gezeigt wie Frauen selbstbestimmt und kompetent auftreten können. Frauen können schießen und eigenständig Fälle lösen – erfolgreich und Kommissarin sein, bildet kein Gegensatzpaar mehr.
Aber auch die Tatortkommissarinnen müssen noch etwas dazulernen: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben. Denn hier sieht Kappert das Ende des emanzipatorischen Potenzials. Während die Münsteraner Kommissare Thiel und Börne auch neben ihrem zeitaufwendigen Beruf den unterschiedlichsten Hobbies nachgehen, gelingt es den Tatort-Frauen nicht, ihre Work-Life-Balance herzustellen. Frauen, wie Charlotte Lindholm, die als erfolgreiche Ermittlerin in Niedersachsen Fälle löst, dabei aber ihr Kind und Liebesleben darunter leiden müssen.
Ansonsten mangelt es an Kommissarinnen, die nicht nur erfolgreich sind, sondern auch Fehler begehen und zu diesen stehen. Auch hier wird das Bild der Frau als viel zu „perfekt“ dargestellt. Und sind wir doch ehrlich: wer braucht Vorbilder, die fehlerfrei sind und mögen wir Thiel und Börne nicht gerade deswegen, weil sie Fehler machen dürfen? Conny Mey (Tatort Frankfurt) und Bibi Fellner (Tatort Österreich) sind hier auf dem richtigen Weg, die Fehlerintoleranz zu brechen.
Seit den 70er Jahren flimmern sonntags Tatortkomissar_innen über den Bildschirm. An der Entwicklung der Rollen in dieser Krimiserie wird deutlich, dass durchaus auch alte Formate einem Wandel unterliegen können - und immer noch gerne gesehen werden.
(es folgt Teil 2 ...)
„Gender Matters! Die Macht medialer Geschlechterbilder“
Am Freitag den 16.03. lud die Friedrich-Ebert Stiftung zu einer Tagung mit dem vielversprechenden Titel “Gender Matters! Die Macht medialer Geschlechterbilder“ ein. Schon die Angebote an verschiedenen Workshops, die zwischen dem Einführungsvortrag und der Abschlussdiskussion angeboten wurden, machten Lust auf einen Tagesausflug in die Welt der Medien – natürlich stets mit Genderbrille im Gepäck.
Diesen Gedanken teilten an diesem Tage viele Menschen, die trotz schönstem Frühlingswetter zahlreich in der Friedrich-Ebert-Stiftung eintrafen. „ Im Rahmen der Tagung möchten wir der Frage nachgehen, […], wo also das Potenzial für Veränderung und für alternative Entwürfe von Geschlechterbildern liegt“, so lautet ein Auszug des Einladungstextes der Tagung, die in Medienpartnerschaft/Kooperation mit dem Missy Magazine durchgeführt wurde.
Her mit den Alternativen!
Den Einstieg machte an diesem Tag Prof. Dr. Margreth Lüneborg, Professorin an der Freien Universität Berlin im Bereich Journalistik, die sich in den letzten Jahren u.a. in dem Projekt „Spitzenfrauen im Fokus der Medien“ beteiligte. In ihrem Vortrag über „Konstanz und Wandel von Frauen- und Männerbildern“ war der Fokus allgemeiner gefasst und konzentrierte sich auf Medien und ihre Rolle als Bühne für Geschlechterinszenierungen.
Medien liefern Geschlechterrollenskripte, zeigen den Betrachter_innen, was Mannsein und Frausein ausmacht, erläutert Prof. Dr. Lüneborg. Die dadurch produzierten Geschlechterbilder können als Identifikationsangebote gesehen werden, welche ebenfalls auf geschlechtergebundende Zuschreibungen, die außerhalb der Medienwelten existieren, zurückgreifen. Damit hebt Lüneborg hervor, dass Medien nicht ungebunden von ihrer Außenwelt agieren (können). Doch auch wenn sich mediale Geschlechterbilder an „realen“ Geschlechterbildern orientieren, so bedingen sie sich gegenseitig. Deswegen müssen sich auch Medien ihrer Macht und damit einhergehend ihrer Verantwortung von transportierten Geschlechterbildern bewusst werden. Prof. Dr. Lüneborg fordert: Ein medialer Wandel stünde an, der vielfältige Identifikationsangebote schafft. Ein Wandel, der Bilder und Rollen abbildet, die über die binäre Vorstellung von „der Mann“ und „die Frau“ hinausreichen.
Mit Vorsicht zu genießen
Wenn die Hälfte junger Mädchen heutzutage aber „Topmodel“ als ihren Berufswunsch angeben, so ist dies ein klares Zeichen dafür, dass es an alternativen Identifikationsangeboten fehlt. Sendungen wie „Germanys next Topmodel“ reproduzieren weibliche Geschlechtersterotype, die sicherlich ein Teil heutiger Realität von gelebten Geschlechtervorstellungen darstellt, denen es jedoch an einem Gegenpol fehlt, um diese Geschlechterbilder zu relativieren und abzuschwächen. Und so werden die Medien und Medienmacher_innen ohne alternative Vorbilder weiterhin stereotype Darstellungen als erstrebenswerte Ideale von Männern und Frauen aussehen lassen.
Nach dem Einführungsworkshop konnte mensch sich zwischen zwei Workshops mit den Themen „Darstellung in der Journalistischen Berichtserstattung“ und „Inszenierung von Geschlecht im Unterhaltungs-TV“ entscheiden. Ich wählte letzteren Workshop und war gespannt, auf neue Serien und Filme, die es nicht nur schaffen zu unterhalten, sondern auf Geschlechtersterotype verzichten. ob es bereits einzelne Fernsehserien und Filme gibt, denen es gelingt außer zu unterhalten auch Wert darauf zu legen auf Geschlechtersteroytpe zu verzichten und Klischees über Geschlechter aufzubrechen. Bis jetzt waren mir jedenfalls keine derartigen Produktionen bekannt, die das Unterhaltungs-Fernsehen nutzten, um dem_der Zuschauer_in das Undoing Gender näher zu bringen.
Doing Science-Fiction – Doing Gender
Im ersten Input entführte uns Dr. Nadja Sennewald, Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin, auf die Reise in die Welt der Science-Fiction. In ihrem Beitrag „Alien Gender - Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien“ tauchten wir in die Welt von Startrek Voyager (1987-2005) ein, ein Ausschnitt einer der sechs Science-Fiction-Serien, die Sennewald in ihrer Studie untersucht hat. „Offensichtlich fiktive Serien“ laden doch eigentlich zu spielerischen, neuen Geschlechterrollen ein, so lautet die Ausgangsüberlegung. Die Frage, ob stereotype Darstellung in Startrek Voyager gebrochen wird und eine Darstellung jenseits der Dichotomie der Geschlechter stattfindet, beantwortet uns exemplarisch die Figur von Captain Kathryn Janeway. Dieser gelingt es zwar als Captain ein Raumschiff zu leiten, unterscheidet sich aber bei näherem Hinsehen maßgeblich von ihren männlichen Kollegen in „Leitungspositionen“. So verkörpert Janeway eine Rolle, die stets instabil und unberechenbar ist. Von ihr verschuldete, außer Kontrolle geratenen Situationen werden von männlichen Personen richtig gestellt und gerettet. Frau Dr. Sennewald bringt es auf den Punkt: Frauen können die narrative Ordnung nicht herstellten, da sie selbst die Unordnung und das Chaos verkörpern.
Dass in Startrek Voyager jede Chance vertan wurde, Klischees über die Frau aufzubrechen wird auch deutlich, wenn erzählt wird, dass Captain Kathryn Janeway sich regelmäßig in andere Zeiträume beamen lässt und dort ihre romantische Seite als „Frau“ ausleben kann.
Action Girls: am Ende doch „nur Frauen“?
Doch es gibt sie, die „neuen Weiblichkeitsbilder“ in Science-Fiction-Serien und Kinofilmen. Sie werden „Action Girls“ genannt und zeichnen sich durch ein „hohes Aggressionspotenzial“ und „technische Affinität“ aus. Dennoch sind diese „Action Girls“, wie z.B. Lara Croft, nur in Teilbereichen gut und haben meistens „Co-Helfer“, die ihnen zur Seite stehen. Die Bereitschaftdieser Frauen Gewalt anzuwenden muss natürlich gerechtfertigt werden und so wird eine kriminelle Jugend und eine schwierige, nicht „typisch weibliche“ Vergangenheit zum Sündenbock für das eher „untypische“ Verhalten der Action-Frauen gemacht. Szenen, in denen ein „Action Girl“ erfolgreich aus einem Kampf herausgeht, sind auch vielfach zu sehen. Diese „weibliche Überlegenheit“ wird wiederum vielfach dadurch relativiert, dass die Frau am Ende nicht allein als Siegerin stehen bleibt, sondern erschöpft in die Arme eines Mannes fällt.
Das Fazit des Beitrages fällt ernüchternd aus: So gibt es zwar vermehrt Frauen in handlungstragenden Rollen, diese werden dann aber dargestellt, als wären sie in ihren Machtpositionen immer wieder auf die Hilfe der Männer angewiesen. Und obwohl es durchaus neue Rollenbilder gibt und Frauen nicht nur die Opferrollen zugeteilt bekommen, ist es Science-Fiction-Serien nicht gelungen, Rollenbilder zu schaffen, welche die binäre Logik von Mann und Frau verlassen.
Wissenschaft im Film: eine männliche Domäne?
Im nächsten Input verschaffte uns Prof. Dr. Flicker, Soziologin an der Universität Wien, einen Überblick über „die Geschlechterritualisierung von Wissenschaft im Mainstream-Spielfilm: 1930 bis heute“. Sie erläutert, dass die Filmanalyse auch einen Teil Gesellschaftsanalyse darstellt. Bilder der Geschlechterbesetzung in Berufen, in diesem Fall wissenschaftlichen Arbeitsfeldern, werden für viele aus medialen Bildern konstruiert. Bekommen Kinder die Aufgabe zugeteilt eine_n Wissenschaftler_in zu zeichnen („Draw a scientist“), so malen diese meistens einen Wissenschaftler. Wissenschaftsberufe sind also häufig noch immer männlich konnotiert.
Frau Prof. Dr. Flicker untersuchte mehr als 100 Spielfilme, in denen sie 7 bis 8 Stereotype von Frauen als Wissenschaftlerinnen herausarbeitete. Hier gibt es u.a. die „alte Jungfer“, die sich ganz der Wissenschaft hin gibt und Liebesbeziehungen scheut, also nie Frau und Wissenschaftlerin sein kann oder auch „die Herbe“, die einen Gegenpol zur „Weiblichkeit“ darstellt und gerne als Kettenraucherin abgebildet wird. Auch vorhanden ist „die Gute/Naive“, eine Wissenschaftlerin, welche vor lauter Naivität dann schlussendlich auch wieder von Männern gerettet werden muss. „Die einsame Heldin“ ist eine weitere Kategorie, die z.B. im Film „Contact“ von Jodie Foster dargestellt wird. Hier ist die Frau eine einsame Wissenschaftlerin im männlichen Machtapparat.
Das ein Wandel von Geschlechterrollen in den Medien stattfindet, wird auch daran deutlich, dass die Kategorisierung der Stereotype in den letzten Jahren von Frau Prof. Dr. Flicker erweitert werden mussten, da neue „Frauentypen“ in der Wissenschaft hinzukamen. So gibt es nun auch „die kluge und sexy Kampfmaschine“ und „die Zweiflerin“.
Doch zeigt das Fazit noch viel Nachholbedarf an medialer Veränderung der Geschlechterbilder auf. Es muss möglich sein, dass Wissenschaftlerinnen als Menschen dargestellt werden, die Beruf und Liebe oder Beruf und Familie vereinbaren können. Wissenschaft darf nicht als einziger Lebensmittelpunkt der Frauen inszeniert werden, nur damit eine Erklärung gefunden wird, wie es Frauen in wissenschaftliche Berufe schaffen. Das Bild der Wissenschaftlerinnen muss außerdem über die weiße Hetero-Frau hinausgehen. Frauen kommen zwar in Filmen mit Wissenschaftsthemen vor, ihre Rollen sind aber noch weit davon entfernt als Vorbild zu dienen, wie „Wissenschaft“ und „Frau-Sein“ unter einen Hut passen.
Traditioneller Tatort bricht Geschlechterklischees
Mit dem letzten Vortrag dieses Workshops erfreute uns Frau Dr. Ines Kappert, Leiterin des Ressorts für Meinung und Debatte in der taz. Dieser trug den Titel: „Die Komissarinnen sind da. Die TV-Karriere von Frauen, die viel leisten und zu wenig Spaß haben“. Obwohl in Krimis vermehrt realitätsbezogene Geschichten dargestellt werden und die Polizei ein eher männlich dominierender Bereich ist, ist zurzeit ein weltweiter Kommissarinnen-Boom zu vernehmen, leitete Frau Dr. Ines Kappert ihren Vortrag ein. Am Beispiel der wohl beliebtesten deutschen Krimiserie „Tatort“ wird gezeigt wie Frauen selbstbestimmt und kompetent auftreten können. Frauen können schießen und eigenständig Fälle lösen – erfolgreich und Kommissarin sein, bildet kein Gegensatzpaar mehr.
Aber auch die Tatortkommissarinnen müssen noch etwas dazulernen: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben. Denn hier sieht Kappert das Ende des emanzipatorischen Potenzials. Während die Münsteraner Kommissare Thiel und Börne auch neben ihrem zeitaufwendigen Beruf den unterschiedlichsten Hobbies nachgehen, gelingt es den Tatort-Frauen nicht, ihre Work-Life-Balance herzustellen. Frauen, wie Charlotte Lindholm, die als erfolgreiche Ermittlerin in Niedersachsen Fälle löst, dabei aber ihr Kind und Liebesleben darunter leiden müssen.
Ansonsten mangelt es an Kommissarinnen, die nicht nur erfolgreich sind, sondern auch Fehler begehen und zu diesen stehen. Auch hier wird das Bild der Frau als viel zu „perfekt“ dargestellt. Und sind wir doch ehrlich: wer braucht Vorbilder, die fehlerfrei sind und mögen wir Thiel und Börne nicht gerade deswegen, weil sie Fehler machen dürfen? Conny Mey (Tatort Frankfurt) und Bibi Fellner (Tatort Österreich) sind hier auf dem richtigen Weg, die Fehlerintoleranz zu brechen.
Seit den 70er Jahren flimmern sonntags Tatortkomissar_innen über den Bildschirm. An der Entwicklung der Rollen in dieser Krimiserie wird deutlich, dass durchaus auch alte Formate einem Wandel unterliegen können - und immer noch gerne gesehen werden.
(es folgt Teil 2 ...)
Geschrieben von Gunda-Werner-Institut
in Gender
um
15:23
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Tags für diesen Artikel: frauen, gender, heteronormativität, identität, journalismus, medien, sprache, vorträge
Montag, 13. Dezember 2010
Auf der politischen Ebene: Null Willen
Abschließendes Interview mit Ute Scheub zum 10. Jahrestag der Resolution 1325
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Ich habe mitkonzipiert und war früh involviert. Ich bin sehr glücklich das es im Großen und Ganzen gelaufen ist wie geplant. Die partizipativen Elemente waren wichtig. Es war wichtig, dass Leute ins Gespräch kommen und das dieser Dialog auf Augenhöhe stattfindet und das nicht weiße Menschen von oben herab Weisheiten verkünden. Wichtig war auch die Thematisierung von Männlichkeit sowohl von bewaffneter Männlichkeit wie auch sexualisierter Gewalt gegenüber Männern. Männer sind eben auch Opfer. Das ist glaub ich sehr gut angekommen, das wir das so zum ersten Mal in solch einem Rahmen thematisiert haben. Wichtig waren mir ebenfalls die Visionen, auch als Experiment und neues Element. Die Rückmeldungen lassen darauf schließen dass es den Leuten gefallen hat, dass es ein gewisses Empowerment gegeben hat. "Auf der politischen Ebene: Null Willen" vollständig lesen »
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Ich habe mitkonzipiert und war früh involviert. Ich bin sehr glücklich das es im Großen und Ganzen gelaufen ist wie geplant. Die partizipativen Elemente waren wichtig. Es war wichtig, dass Leute ins Gespräch kommen und das dieser Dialog auf Augenhöhe stattfindet und das nicht weiße Menschen von oben herab Weisheiten verkünden. Wichtig war auch die Thematisierung von Männlichkeit sowohl von bewaffneter Männlichkeit wie auch sexualisierter Gewalt gegenüber Männern. Männer sind eben auch Opfer. Das ist glaub ich sehr gut angekommen, das wir das so zum ersten Mal in solch einem Rahmen thematisiert haben. Wichtig waren mir ebenfalls die Visionen, auch als Experiment und neues Element. Die Rückmeldungen lassen darauf schließen dass es den Leuten gefallen hat, dass es ein gewisses Empowerment gegeben hat. "Auf der politischen Ebene: Null Willen" vollständig lesen »
Geschrieben von Hanna
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
18:18
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Tags für diesen Artikel: frauen, Frieden&Sicherheit, konflikt, männer, un-resolution 1325, UN-Resolutiuonen
Das beste Ergebnis...
Abschließendes Interview zur Konferenz zum 10. Jahrestag der Resolution 1325 mit Heide Schütz, Vorstand des Frauen Netzwerks für Frieden, Bonn

Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Diese sehr umfangreiche Resolution 1325 in allen ihren Konsequenzen kann man nur dann wirklich ausloten wenn man in so einer Konferenz mit internationalen Frauen zusammen ist und immer wieder neue Perspektiven diskutiert. Da hab ich was dazu gelernt.Es geht mir insbesondere um die einzelnen Barrieren die einer Umsetzung der Resolution im Wege stehen.Wie können Frauen geschützt werden? Nicht nur vom Militär sondern in erster Linie dadurch, dass kein Krieg geführt wird. Darüber wurde leider nicht gesprochen. Wie kommen Frauen an die Friedenstische? Das war in den einzelnen Länderforen natürlich Thema. Eine Konferenz ist unverzichtbar und ich bin der Heinrich Böll Stiftung sehr dankbar, das sie das organisiert hat, sodass man auch an den drei Tagen in die Breite diskutieren konnte. Das beste Ergebnis dieser Konferenz für mich ist das sich hier eine Gruppe von interessierten Frauen, die auch schon länger zusammenarbeitet, zusammensetzen wird und ein Model National Action Plan zur Umsetzung der Res. 1325 erstellen wird. Somit wird ein positiver Entwurf geschaffen. Gleichzeitig kommen wir von den Schattenberichten weg, die die Bundesregierung als Umsetzung der Resolution 1325 gegenüber den Vereinten Nationen ausgegeben hat, anstatt einen eigenen Nationalen Aktionsplan zu entwickeln. "Das beste Ergebnis..." vollständig lesen »
Rechts im Bild: Heide Schütz
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Diese sehr umfangreiche Resolution 1325 in allen ihren Konsequenzen kann man nur dann wirklich ausloten wenn man in so einer Konferenz mit internationalen Frauen zusammen ist und immer wieder neue Perspektiven diskutiert. Da hab ich was dazu gelernt.Es geht mir insbesondere um die einzelnen Barrieren die einer Umsetzung der Resolution im Wege stehen.Wie können Frauen geschützt werden? Nicht nur vom Militär sondern in erster Linie dadurch, dass kein Krieg geführt wird. Darüber wurde leider nicht gesprochen. Wie kommen Frauen an die Friedenstische? Das war in den einzelnen Länderforen natürlich Thema. Eine Konferenz ist unverzichtbar und ich bin der Heinrich Böll Stiftung sehr dankbar, das sie das organisiert hat, sodass man auch an den drei Tagen in die Breite diskutieren konnte. Das beste Ergebnis dieser Konferenz für mich ist das sich hier eine Gruppe von interessierten Frauen, die auch schon länger zusammenarbeitet, zusammensetzen wird und ein Model National Action Plan zur Umsetzung der Res. 1325 erstellen wird. Somit wird ein positiver Entwurf geschaffen. Gleichzeitig kommen wir von den Schattenberichten weg, die die Bundesregierung als Umsetzung der Resolution 1325 gegenüber den Vereinten Nationen ausgegeben hat, anstatt einen eigenen Nationalen Aktionsplan zu entwickeln. "Das beste Ergebnis..." vollständig lesen »
Geschrieben von Hanna
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
17:31
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Freitag, 29. Oktober 2010
Die Maske
9h morgens im Damenklo der Böll-Stiftung. Eine Konferenzteilnehmerin (Resolution 1325) steht vor dem Spiegel und trägt hastig Puder auf. Ihr Gesicht sieht ebenmäßig aus, vielleicht ein wenig starr.
Meine Mutter ist fast 70. Ohne Lippenstift geht sie nicht aus dem Haus. Warum verfremden so viele Frauen ihre Gesichter, jeden Tag, bevor sie "in die Öffentlichkeit" treten? Damit man ihnen die Angst, die Empörung, die Wut nicht ansieht? Damit sie ein schönes Gesicht zum bösen Spiel machen?
Meine Mutter ist fast 70. Ohne Lippenstift geht sie nicht aus dem Haus. Warum verfremden so viele Frauen ihre Gesichter, jeden Tag, bevor sie "in die Öffentlichkeit" treten? Damit man ihnen die Angst, die Empörung, die Wut nicht ansieht? Damit sie ein schönes Gesicht zum bösen Spiel machen?
Can an ant move an elephant?
17:30
Time for the introductory presentation “Critical Revision of the Implementation of UN Res. 1325 and future perspectives for (inter)national work at the EU and UN Level”. Katariina Leinonen from the Council of the EU, Human Rights Unit in Brussel, took it upon herself to both acknowledge that the European Parliament’s work is “not to be underestimated” and voice the aspects that still need to be improved. Among the things to applaud: the Comprehensive Approach to the UNSC Resolution 1325 that has already been developed and is a great document to start from, the creation of a specific EU taskforce to develop indicators to measure the implementation of the resolution (among other things funding after conflict, women’s participation in peace negotiations and sexual abuse from the staff stationed in conflict zones). She also praised the succesful incorporation of a gender perspective in the planning, execution and follow up of 13 missions all over the world and an increase in participation from the civil society. However, Leinonen was not afraid to express criticism and listed the following points as room for improval: the need to increase awareness of gender and women rights as a security issue, the lack of training (needs to be more sistematic and should be compulsory for the people sent to intervene in conflict zones), need for reinforcement of gender maistreaming and the lack of National Action Plans (“we can”t afford to not have one”). The question of whether an ant can move an elefant or not is the one that seems to be posed when it comes to the implementation of the Resolution 1325. The answer that Leinonen had was a big “yes”: she just has to be smart and find a way.
Time for the introductory presentation “Critical Revision of the Implementation of UN Res. 1325 and future perspectives for (inter)national work at the EU and UN Level”. Katariina Leinonen from the Council of the EU, Human Rights Unit in Brussel, took it upon herself to both acknowledge that the European Parliament’s work is “not to be underestimated” and voice the aspects that still need to be improved. Among the things to applaud: the Comprehensive Approach to the UNSC Resolution 1325 that has already been developed and is a great document to start from, the creation of a specific EU taskforce to develop indicators to measure the implementation of the resolution (among other things funding after conflict, women’s participation in peace negotiations and sexual abuse from the staff stationed in conflict zones). She also praised the succesful incorporation of a gender perspective in the planning, execution and follow up of 13 missions all over the world and an increase in participation from the civil society. However, Leinonen was not afraid to express criticism and listed the following points as room for improval: the need to increase awareness of gender and women rights as a security issue, the lack of training (needs to be more sistematic and should be compulsory for the people sent to intervene in conflict zones), need for reinforcement of gender maistreaming and the lack of National Action Plans (“we can”t afford to not have one”). The question of whether an ant can move an elefant or not is the one that seems to be posed when it comes to the implementation of the Resolution 1325. The answer that Leinonen had was a big “yes”: she just has to be smart and find a way.
Geschrieben von Jehn Chan
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
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Tags für diesen Artikel: berlin, feminismus, frauen, Frieden&Sicherheit, gender, konflikt, krieg, un-resolution 1325, UN-Resolutiuonen
Dienstag, 26. Oktober 2010
Internationale Konferenz - Krisen bewältigen, bewaffnete Konflikte beenden
Zum 10. Jahrestag der UN-Resolution 1325
Aus Anlass des 10. Jahrestags der Verabschiedung der UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ veranstaltet das Gunda-Werner-Institut (GWI) der Heinrich-Böll-Stiftung (hbs) in Kooperation mit dem deutschen Frauensicherheitsrat (FSR) und den 1000 Friedensfrauen weltweit eine internationale Konferenz. Damit sollen drei inhaltliche Ziele verfolgt werden. Im ersten Teil wollen wir kritisch Bilanz über die Umsetzung der Resolution 1325 ziehen, und anhand einzelner Fallstudien bisherige Erfolge würdigen und Defizite offenlegen. Im zweiten Schwerpunkt der Konferenz konzentrieren wir uns auf Aspekte, die über die eigentlichen Kernthemen der Resolution hinausgehen. Dazu gehören die Rolle von Geschlechterdynamiken in Krisen und Konfliktsituationen, insbesondere die Problematik von militarisierter Männlichkeit und sexualisierter Gewalt, sowie die Nutzung von Frauen- und Menschenrechten als Legitimation für militärische Interventionspolitik. Am letzten Tag wollen wir gemeinsam mit politischen Entscheidungsträger_innen über konkrete politische Strategien diskutieren, um die Umsetzung der Resolution voranzutreiben und bisher unterbelichtete Themen auf die Agenda der internationalen Gemeinschaft zu setzen.
Das komplette Programm!
Große Teile der Konferenz werden per Livestream übertragen!
Außerdem gibt es ein Filmprogramm und eine Ausstellung!
Auf diesem Blog werden Blogreporter_innen von der Konferenz und den Themen berichten!
Aus Anlass des 10. Jahrestags der Verabschiedung der UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ veranstaltet das Gunda-Werner-Institut (GWI) der Heinrich-Böll-Stiftung (hbs) in Kooperation mit dem deutschen Frauensicherheitsrat (FSR) und den 1000 Friedensfrauen weltweit eine internationale Konferenz. Damit sollen drei inhaltliche Ziele verfolgt werden. Im ersten Teil wollen wir kritisch Bilanz über die Umsetzung der Resolution 1325 ziehen, und anhand einzelner Fallstudien bisherige Erfolge würdigen und Defizite offenlegen. Im zweiten Schwerpunkt der Konferenz konzentrieren wir uns auf Aspekte, die über die eigentlichen Kernthemen der Resolution hinausgehen. Dazu gehören die Rolle von Geschlechterdynamiken in Krisen und Konfliktsituationen, insbesondere die Problematik von militarisierter Männlichkeit und sexualisierter Gewalt, sowie die Nutzung von Frauen- und Menschenrechten als Legitimation für militärische Interventionspolitik. Am letzten Tag wollen wir gemeinsam mit politischen Entscheidungsträger_innen über konkrete politische Strategien diskutieren, um die Umsetzung der Resolution voranzutreiben und bisher unterbelichtete Themen auf die Agenda der internationalen Gemeinschaft zu setzen.
Das komplette Programm!
Große Teile der Konferenz werden per Livestream übertragen!
Außerdem gibt es ein Filmprogramm und eine Ausstellung!
Auf diesem Blog werden Blogreporter_innen von der Konferenz und den Themen berichten!
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
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11:22
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Tags für diesen Artikel: ausstellung, berlin, blogreporterin, diskussionen, feminismus, film, frauen, Frieden&Sicherheit, gender, konflikt, krieg, militär, männer, politik, programm, sexualisierte gewalt, un-resolution 1325, UN-Resolutiuonen
Donnerstag, 16. September 2010
Blogreporter_innen gesucht! - Blog Reporters Wanted!
Blogreporter_innen gesucht! (english below)
Für die internationale Konferenz zum 10. Jahrestag der UN-Resolution 1325 - „Krisen bewältigen, bewaffnete Konflikte beenden - Friedenspolitische Strategien von Männern und Frauen“!
Ende Oktober 2010 wird die UN-Resolution 1325, zur Rolle von Frauen in bewaffneten Konflikten, 10 Jahre alt. Vom 28.10.-30.10.2010 veranstaltet das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Frauensicherheitsrat und den Friedensfrauen weltweit eine internationale Konferenz, die unter anderem kritisch Bilanz ziehen, Perspektiven für die weitere Umsetzung der UN-Resolution 1325 entwickeln und neue Themen politisieren wird, wie etwa das Problem der militarisierten Männlichkeit bei bewaffneten Konflikten.
Diese Konferenz möchten wir medial u.a. mit dem Blog des Gunda-Werner-Institutes www.gender-happening.de begleiten. Wer hat Lust über die Themen der internationalen Konferenz zu bloggen?
Das sollte mitgebracht werden:
• Wissen über das Thema Frieden & Sicherheit aus der Genderperspektive
• Gefühl für Sprache und Stil
• Lust am Schreiben
Das kann erwartet werden:
• 3 Tage voller interessanter Diskussionen und Workshops rund um die UN-Resolutionen 1325,1820,ff. sowie Schwerpunkte wie sexualisierte Gewalt,
militarisierte Männlichkeit und tradierte Frauenrollen in der Konfliktbearbeitung
• 1 Blog, der mit Artikeln zu dem wichtigen Thema der Friedens- und Konfliktforschung bestückt werden kann
• öffentliche Aufmerksamkeit durch einen hohenVerbreitungsgrad
• Ein Team von netten und engagierten Menschen, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
• Freie Medienwahl – gewünscht ist alles:
• Text
• Video
• Podcast
Wer Interesse an einer Mitarbeit als Blogreporter_in für die internationale Konferenz zum 10. Jahrestag der UN-Resolution 1325 und/oder darüber hinaus hat, melde sich bitte per Mail bei gwi@boell.de (Francesca Schmidt)
Wir freuen uns über baldige Rückmeldungen!
Weitere Informationen zur Konferenz!
Das GWI-Team
—————————————————————————————————
Blog Reporters Wanted!
We are looking for blog reporters for the international conference “Coping with Crises, Ending Armed Conflicts – Peace Promoting Strategies of Women and Men”.
At the end of October 2010 the UN Resolution 1325 concerning the role of women in armed conflicts will celebrate its 10th anniversary. From October 28th to 30th the Gunda Werner Institute in the Heinrich Böll Foundation in cooperation with the German Women’s Security Council and PeaceWomen Across the Globe will host an international conference which intends to take stock critically, develop perspectives for the further implementation of the UN Resolution 1325, and to politicize new themes such as the problem of militarised masculinity in armed conflicts.
We would like to support this conference e.g. with the blog www.gender-happening.de of the Gunda Werner Institute. Who would like to blog about the topics of this international conference?
We expect:
• Knowledge about the topic peace and security from a gender perspective
• Feel for language and phrasing
• Someone who enjoys writing
You can expect:
• 3 days of interesting discussions and workshops around the UN Resolutions 1325, 1820, ff. as well as focal points such as sexualised violence, militarised masculinity, and antiquated roles of women in conflict management
• 1 blog that can be filled with articles concerning the important topic of peace and conflict research
• Public attention through a high degree of dissemination
• A team of friendly and committed persons who will support you with words and deeds
• Free choice of media – everything is requested:
• Text
• Video
• Podcast
If you are interested in collaborating as a blog reporter for the international conference on occasion of the 10th anniversary of the UN Resolution 1325, please write an e-mail to gwi@boell.de (Francesca Schmidt).
We look forward to hearing from you soon!
For further information about the conference please go to the following website!
The Team of the Gunda Werner Institute
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
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Tags für diesen Artikel: berlin, blogreporterin, feminismus, frauen, Frieden&Sicherheit, gender, krieg, militär, männer, männerrechtler, nation, un-resolution 1325, UN-Resolutiuonen
Mittwoch, 18. August 2010
In Foren nichts Neues…
Am 17. August erschien in der taz ein Artikel über Frauen in der Netzwelt von Katrin Strohmaier, der einmal mehr die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im Internet aufzeigt.
In Deutschland würden laut einer "Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen" 14% mehr Männer als Frauen online sein. Obwohl im gesamten Internet die meisten Blogs von Frauen sind, tauchen ihre Blogs in den "deutschen Blogcharts" auf den hinteren Rängen auf.
Nicht überraschend erschien dabei auch das Ergebnis einer Studie der Ruhr-Universität Bochum, nach der Frauen ihren Blog öfters als eine Art Tagebuch gebrauchen, Männer hingegen mehr über Themen wie Technik, Medien oder Politik schreiben würden. Dass Frauen und Männer unterschiedlich sozialisiert werden und demzufolge auch oftmals die Erwartungen an und die Klischees über die Geschlechter erfüllen, ist nicht neu. Mädchen wird in Deutschland häufig schon von klein auf suggeriert, dass sie in Dingen wie Technik etc. schlechter sind als Jungs.
Interessant ist wiederum, dass diese geschlechtlichen Unterschiede nicht für die DDR galten und auch nicht für osteuropäische Länder, so Anke Domscheit-Berg vom European Women’s Management Development Network (EWMD). In Bulgarien seien beispielsweise die Hälfte der Informatik-Studierenden Frauen. So überrascht auch nicht, dass in Deutschland Frauen, die sich dieser weiblichen Sozialisation ein Stück weit entziehen und selbst technische Kenntnisse beweisen und im Internet aktiv sind, nicht selten als karrieregeil und männerhassend beschimpft werden.
Leider hat es die Autorin versäumt, genauer auf die Studien einzugehen, z.B. auf absolute Zahlen. Und so bleibt der Neuigkeitswert des Artikels leider ein wenig auf der Strecke.
In Deutschland würden laut einer "Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen" 14% mehr Männer als Frauen online sein. Obwohl im gesamten Internet die meisten Blogs von Frauen sind, tauchen ihre Blogs in den "deutschen Blogcharts" auf den hinteren Rängen auf.
Nicht überraschend erschien dabei auch das Ergebnis einer Studie der Ruhr-Universität Bochum, nach der Frauen ihren Blog öfters als eine Art Tagebuch gebrauchen, Männer hingegen mehr über Themen wie Technik, Medien oder Politik schreiben würden. Dass Frauen und Männer unterschiedlich sozialisiert werden und demzufolge auch oftmals die Erwartungen an und die Klischees über die Geschlechter erfüllen, ist nicht neu. Mädchen wird in Deutschland häufig schon von klein auf suggeriert, dass sie in Dingen wie Technik etc. schlechter sind als Jungs.
Interessant ist wiederum, dass diese geschlechtlichen Unterschiede nicht für die DDR galten und auch nicht für osteuropäische Länder, so Anke Domscheit-Berg vom European Women’s Management Development Network (EWMD). In Bulgarien seien beispielsweise die Hälfte der Informatik-Studierenden Frauen. So überrascht auch nicht, dass in Deutschland Frauen, die sich dieser weiblichen Sozialisation ein Stück weit entziehen und selbst technische Kenntnisse beweisen und im Internet aktiv sind, nicht selten als karrieregeil und männerhassend beschimpft werden.
Leider hat es die Autorin versäumt, genauer auf die Studien einzugehen, z.B. auf absolute Zahlen. Und so bleibt der Neuigkeitswert des Artikels leider ein wenig auf der Strecke.
Geschrieben von Gunda-Werner-Institut
in Gender
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13:51
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Tags für diesen Artikel: frauen, gender, gleichberechtigung, heteronormativität, medien, ost-west, web2.0
Freitag, 30. Juli 2010
Was ist der Streit-Wert? GWI startet Online-Debatte zu „Grüne Feministen und „Männerrechtlern“
Vor gut zwei Jahren führten Publikationen wie „Alphamädchen“, „F-Klasse“ oder „Neue deutsche Mädchen“ im politischen Feuilleton zu der Debatte darüber, ob wir einen „neuen“ Feminismus brauchen. In der auf der GWI-Webseite geführten Online-Debatte „Was ist der Streit-Wert?“ wurden hier verschiedene Positionen dargestellt, Kontinuitäten und Brüche sichtbar und diskutiert. Junge und „alte“ Feminist_innen zerstritten oder verständigten sich.
Eher unberührt blieb dieser Diskurs von einer damals schon bestehenden Debatte von mehr oder weniger geschlechterpolitisch bewegten Männer(gruppe)n, sogenannten „Männerrechtlern“ oder auch Frauen, die der Meinung sind, dass gegenwärtige Geschlechterdiskurse – bezogen auf die Inklusion von männerspezifischen Fragestellungen und Männerpolitik(en) – blinde Flecken haben. Die Gleichberechtigung hierzulande sei längst erreicht bzw. schon über’s Ziel hinausgeschossen. Vielerorts wird die Benachteiligung von Jungs und Männern z.B. im Bildungs- oder Gesundheitssystem, als Opfer von Gewalt, beim Sorgerecht oder im Militär reklamiert und „der“ Feminismus dafür verantwortlich gemacht. Auf der anderen Seite steht das ‚Grüne Männermanifest’, das von einer profeministischen Perspektive auf die unzureichende Auseinandersetzung mit den Themen Männerrollen/ männliche Identitäten, Männer und Gesundheit, Väter etc. hinweist.
Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung will diese Diskussion aus einer kritischen Perspektive in Blogform begleiten und Ideen und Impulse für zukünftige Geschlechterpolitik(en) sammeln.
u. a. mit
• Sabine Hark, Soziologin und Leiterin des ZIFG, Berlin
• Sebastian Scheele, Soziologe, Berlin
• Kai Gehring, MdB BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Berlin
• Elahe Haschemi Yekani, Anglistin und Gender-Wissenschaftlerin, Berlin
• Volker Handke, Dipl.-Ing. Technischer Umweltschutz und Mitglied beim Forum Männer, Berlin
• Astrid Rothe-Beinlich, MdL BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Erfurt
• Sven Glawion, Germanist und Gender-Wissenschaftler, Berlin
• Andreas Kraß, Literaturwissenschaftler und Experte für Queer Studies, Frankfurt a.M.
Es darf fleißig mitdislutiert werden. Wer einen Beitrag zu dem Thema verfassen möchte, wende sich per Mail an gwi@boell.de.
Eher unberührt blieb dieser Diskurs von einer damals schon bestehenden Debatte von mehr oder weniger geschlechterpolitisch bewegten Männer(gruppe)n, sogenannten „Männerrechtlern“ oder auch Frauen, die der Meinung sind, dass gegenwärtige Geschlechterdiskurse – bezogen auf die Inklusion von männerspezifischen Fragestellungen und Männerpolitik(en) – blinde Flecken haben. Die Gleichberechtigung hierzulande sei längst erreicht bzw. schon über’s Ziel hinausgeschossen. Vielerorts wird die Benachteiligung von Jungs und Männern z.B. im Bildungs- oder Gesundheitssystem, als Opfer von Gewalt, beim Sorgerecht oder im Militär reklamiert und „der“ Feminismus dafür verantwortlich gemacht. Auf der anderen Seite steht das ‚Grüne Männermanifest’, das von einer profeministischen Perspektive auf die unzureichende Auseinandersetzung mit den Themen Männerrollen/ männliche Identitäten, Männer und Gesundheit, Väter etc. hinweist.
Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung will diese Diskussion aus einer kritischen Perspektive in Blogform begleiten und Ideen und Impulse für zukünftige Geschlechterpolitik(en) sammeln.
u. a. mit
• Sabine Hark, Soziologin und Leiterin des ZIFG, Berlin
• Sebastian Scheele, Soziologe, Berlin
• Kai Gehring, MdB BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Berlin
• Elahe Haschemi Yekani, Anglistin und Gender-Wissenschaftlerin, Berlin
• Volker Handke, Dipl.-Ing. Technischer Umweltschutz und Mitglied beim Forum Männer, Berlin
• Astrid Rothe-Beinlich, MdL BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Erfurt
• Sven Glawion, Germanist und Gender-Wissenschaftler, Berlin
• Andreas Kraß, Literaturwissenschaftler und Experte für Queer Studies, Frankfurt a.M.
Es darf fleißig mitdislutiert werden. Wer einen Beitrag zu dem Thema verfassen möchte, wende sich per Mail an gwi@boell.de.
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Feminismus
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Tags für diesen Artikel: ankündigung, diskussionen, feminismus, frauen, frauenbewegung, gender, gleichberechtigung, männer, männerrechtler, politik
Montag, 14. Juni 2010
Fußball-Kultur-Festival DISCOVER FOOTBALL
Wann: 6.-13. Juli 2010 in Berlin.
Wo: am Anhalter Bahnhof in Berlin
Der Verein „Fußball und Begegnung e.V.“ lädt ein zum Fußball-Kultur-Festival „DISCOVER FOOTBALL“. Die Vereinsmitglieder sind überweigend Spielerinnen des BSV AL-Dersimspor e.V., gegen dessen Team die iranische Fußball-Nationalelf der Frauen ihr erstes internationales Spiel bestritt.
Im Zentrum des Festivals steht ein Turnier, an dem Fußball-Frauenteams aus Afghanistan, Ecuador, Österreich, Liberia, Sambia und Israel/Palästina teilnehmen. Außerdem rollt der Ball hier auch auf der Leinwand des begleitenden Film-Programms und die letzten Spiele der WM 2010 der Männer lassen sich gemeinsam anschauen.
Einerseits demonstriert das Festival die begegnungsstiftende und geschlechter-emanzipatoische Kraft des Fußballs. Andererseits fehlt aber auch die kritische Reflexion vereinfachender Gleichsetzungen von Fußball und Leben bzw. von Sport und Emanzipation nicht - z.B. mit der Podiumsdiskussion „Selbstbestimmung durch Fußball? - Auf dem Platz Sind alle gleich!?“ am 9. Juli ab 20 Uhr.
Also: Hingehen, WM und Turnier gucken, mitdiskutieren, Filme und Musik genießen!
www.discoverfootball.de
Wo: am Anhalter Bahnhof in Berlin
Der Verein „Fußball und Begegnung e.V.“ lädt ein zum Fußball-Kultur-Festival „DISCOVER FOOTBALL“. Die Vereinsmitglieder sind überweigend Spielerinnen des BSV AL-Dersimspor e.V., gegen dessen Team die iranische Fußball-Nationalelf der Frauen ihr erstes internationales Spiel bestritt.
Im Zentrum des Festivals steht ein Turnier, an dem Fußball-Frauenteams aus Afghanistan, Ecuador, Österreich, Liberia, Sambia und Israel/Palästina teilnehmen. Außerdem rollt der Ball hier auch auf der Leinwand des begleitenden Film-Programms und die letzten Spiele der WM 2010 der Männer lassen sich gemeinsam anschauen.
Einerseits demonstriert das Festival die begegnungsstiftende und geschlechter-emanzipatoische Kraft des Fußballs. Andererseits fehlt aber auch die kritische Reflexion vereinfachender Gleichsetzungen von Fußball und Leben bzw. von Sport und Emanzipation nicht - z.B. mit der Podiumsdiskussion „Selbstbestimmung durch Fußball? - Auf dem Platz Sind alle gleich!?“ am 9. Juli ab 20 Uhr.
Also: Hingehen, WM und Turnier gucken, mitdiskutieren, Filme und Musik genießen!
www.discoverfootball.de
Homophobie im Fußball - Vortrag von Degele/Walther-Ahrens
Wann: 14. Juni, 18.15 Uhr
Wo: Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Raum 2097
Homophobie im Fußball ist nach wie vor ein Thema. Häufig wird in Bezug auf kickende Frauen vermutet, dass Lesben im Fußball selbstverständlich "out" sein können, während schwule Fußballspieler weiterhin den Rat erhalten, ein Coming-Out zu vermeiden.
Homophobie ist vielschichtig: Der vielzitierte Spruch des Turbine-Potsdam-Trainers, er müsse über die intimen Beziehungen in seinem Team Bescheid wissen, weil sie seine Rolle als Trainer beeinflussen (O-Ton "wenn ich die eine kritisiere, ist die andere beleidigt"), ist nur bedingt ein Hinweis auf die Selbstverstädnlichkeit offen lesbischer Spielerinnen.
Vielmehr schreiben sich darin alt-bekannte frauen- und lesbenfeindliche Diskurse fort: Frauen sind zu weich für den harten Fußball bzw. das harte Training und "harte Ansagen", und lesbische Beziehungen werden als Symbiosen imaginiert, die die Professionalität untergraben.
Weitere Einblicke zum Thema bieten heute im Rahmen der Ringvorlesung "Grenzenlos? Sport und kollektive Identität” der Beitrag von Nina Degele und Tanja Walther-Ahrens.
Für ihren Beitrag mit dem Titel "Homophobie im Fußball" bringen die Refererierenden geballte Kompetenz mit:
Nina Degele ist seit 2000 Professorin für Soziologie und Gender Studies an der Universität Freiburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören auch Sport- und Körpersoziologie. Sie veröffentlichte zuletzt dazu “Wenn das Runde ins Eckige muss – Stereotypisieren, Reifizieren und Intersektionalisieren in der Geschlechterforschung”.
Tanja Walther-Ahrens ist heute - nach einer erfolgreichen Karriere als Profifußballerin u.a. bei Tennis Borussia Berlin und Turbine Potsdam und parallelem Sportstudium - beim SV Seitenwechsel aktiv. Seit 2006 ist sie Delegierte der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) beim europäischen Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE). Tolerantia-Preis 2008.
Wo: Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Raum 2097
Homophobie im Fußball ist nach wie vor ein Thema. Häufig wird in Bezug auf kickende Frauen vermutet, dass Lesben im Fußball selbstverständlich "out" sein können, während schwule Fußballspieler weiterhin den Rat erhalten, ein Coming-Out zu vermeiden.
Homophobie ist vielschichtig: Der vielzitierte Spruch des Turbine-Potsdam-Trainers, er müsse über die intimen Beziehungen in seinem Team Bescheid wissen, weil sie seine Rolle als Trainer beeinflussen (O-Ton "wenn ich die eine kritisiere, ist die andere beleidigt"), ist nur bedingt ein Hinweis auf die Selbstverstädnlichkeit offen lesbischer Spielerinnen.
Vielmehr schreiben sich darin alt-bekannte frauen- und lesbenfeindliche Diskurse fort: Frauen sind zu weich für den harten Fußball bzw. das harte Training und "harte Ansagen", und lesbische Beziehungen werden als Symbiosen imaginiert, die die Professionalität untergraben.
Weitere Einblicke zum Thema bieten heute im Rahmen der Ringvorlesung "Grenzenlos? Sport und kollektive Identität” der Beitrag von Nina Degele und Tanja Walther-Ahrens.
Für ihren Beitrag mit dem Titel "Homophobie im Fußball" bringen die Refererierenden geballte Kompetenz mit:
Nina Degele ist seit 2000 Professorin für Soziologie und Gender Studies an der Universität Freiburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören auch Sport- und Körpersoziologie. Sie veröffentlichte zuletzt dazu “Wenn das Runde ins Eckige muss – Stereotypisieren, Reifizieren und Intersektionalisieren in der Geschlechterforschung”.
Tanja Walther-Ahrens ist heute - nach einer erfolgreichen Karriere als Profifußballerin u.a. bei Tennis Borussia Berlin und Turbine Potsdam und parallelem Sportstudium - beim SV Seitenwechsel aktiv. Seit 2006 ist sie Delegierte der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) beim europäischen Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE). Tolerantia-Preis 2008.
Montag, 31. Mai 2010
„2010“
Die Zahl steht in Südafrika für DAS sportliche Großereignis in diesem Jahr: Die Fußballweltmeisterschaft der Männer, die zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet.
64 Spiele werden vom 11. Juni – 11. Juli 2010 in neun verschiedenen Stadien ausgetragen bis feststeht, welche der 32 Mannschaften nach Italien den WM-Pokal übernimmt. Gute Chancen werden dem amtierenden Europameister Spanien zugesprochen, aber auch Teams wie Brasilien und England stehen wieder hoch im Kurs.
Südafrika hat es entgegen allen Zweifler_innen geschafft: Alle fünf neugebauten Stadien sind fertig gestellt, es gibt ein verbessertes Verkehrssystem und Unterkünfte für die erwarteten Besucher_innen stehen mehr als genug zur Verfügung.
Dennoch ist die Stimmung kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft gespalten: Bei aller Vorfreude auf die Spiele melden sich auch immer wieder Kritiker_innen zu Wort. Auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise wurde die Zahl der erwarteten Tourist_innen bereits zweimal nach unten korrigiert, es wird befürchtet, dass einige der neugebauten Hotels nicht ausgebucht sein werden. Umweltaktivist_innen kritisieren, dass diejenigen die kommen, sich durch die Anreise mit dem Flugzeug meist äußerst CO2 intensiv fortbewegen werden. In mehreren Austragungsorten wurden zudem Zwangsumsiedlungen der Bewohner_innen durchgeführt: allein in Kapstadt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen über 20.000 Menschen aus einer so genannten „Elendssiedlung“ an den Stadtrand „umgesiedelt“. Zahlreiche Straßenhändler_innen wurden aus den Stadtzentren verdrängt um für „mehr Sicherheit“ zu sorgen und offiziellen FIFA Verkaufsständen Platz zu machen. Nicht zuletzt sorgt das Thema Prostitution nach wie vor für hitzige Debatten: offiziell ist sie in Südafrika verboten, inoffiziell gibt es unzählige Sexarbeiter_innen. Das offizielle Verbot führt dazu, dass diese keinerlei Ansprüche auf Schutz vor staatlichen Repressionen haben, viele fürchten für die Dauer der Weltmeisterschaft „weggesperrt“ zu werden.
In den kommenden Wochen wollen wir die Fußballweltmeisterschaft der Männer an dieser Stelle aus kritischer Perspektive begleiten. Wir wollen Kommentare, Links und Anregungen geben, die die Möglichkeit bieten hinter die Kulissen der großen und gut ausgeleuchteten Stadien zu blicken.
64 Spiele werden vom 11. Juni – 11. Juli 2010 in neun verschiedenen Stadien ausgetragen bis feststeht, welche der 32 Mannschaften nach Italien den WM-Pokal übernimmt. Gute Chancen werden dem amtierenden Europameister Spanien zugesprochen, aber auch Teams wie Brasilien und England stehen wieder hoch im Kurs.
Südafrika hat es entgegen allen Zweifler_innen geschafft: Alle fünf neugebauten Stadien sind fertig gestellt, es gibt ein verbessertes Verkehrssystem und Unterkünfte für die erwarteten Besucher_innen stehen mehr als genug zur Verfügung.
Dennoch ist die Stimmung kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft gespalten: Bei aller Vorfreude auf die Spiele melden sich auch immer wieder Kritiker_innen zu Wort. Auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise wurde die Zahl der erwarteten Tourist_innen bereits zweimal nach unten korrigiert, es wird befürchtet, dass einige der neugebauten Hotels nicht ausgebucht sein werden. Umweltaktivist_innen kritisieren, dass diejenigen die kommen, sich durch die Anreise mit dem Flugzeug meist äußerst CO2 intensiv fortbewegen werden. In mehreren Austragungsorten wurden zudem Zwangsumsiedlungen der Bewohner_innen durchgeführt: allein in Kapstadt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen über 20.000 Menschen aus einer so genannten „Elendssiedlung“ an den Stadtrand „umgesiedelt“. Zahlreiche Straßenhändler_innen wurden aus den Stadtzentren verdrängt um für „mehr Sicherheit“ zu sorgen und offiziellen FIFA Verkaufsständen Platz zu machen. Nicht zuletzt sorgt das Thema Prostitution nach wie vor für hitzige Debatten: offiziell ist sie in Südafrika verboten, inoffiziell gibt es unzählige Sexarbeiter_innen. Das offizielle Verbot führt dazu, dass diese keinerlei Ansprüche auf Schutz vor staatlichen Repressionen haben, viele fürchten für die Dauer der Weltmeisterschaft „weggesperrt“ zu werden.
In den kommenden Wochen wollen wir die Fußballweltmeisterschaft der Männer an dieser Stelle aus kritischer Perspektive begleiten. Wir wollen Kommentare, Links und Anregungen geben, die die Möglichkeit bieten hinter die Kulissen der großen und gut ausgeleuchteten Stadien zu blicken.
Geschrieben von Yvonne Everhartz
in Fußball-WM 2010, Sport
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12:09
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Tags für diesen Artikel: ankündigung, frauen, Fußball-WM 2010, gender, globalisierung, medien, männer, nation, queer, sexarbeit, Sport, südafrika
Mittwoch, 24. März 2010
Gender is Happening-Dokumentation als CD
Neulich war ich mal wieder am Veranstaltungsort von Gender is Happening - am Gunda Werner Institut in Berlins Mitte. Ich war dort mit etwa 50 anderen Frauen anlässlich des 33. Green Ladies Lunch zum Thema "Feminismus im Web2.0 - Im Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Privatheit". Und so ganz "nebenbei" fand sich im Foyer die in der Blogüberschrift erwähnte Dokumentation. Sie enthält neben dem Programm sowie dem Plakat v.a. 3 Filmbeiträge und eine umfangreiche Fotosammlung.
"Gender is Happening-Dokumentation als CD " vollständig lesen »
Geschrieben von Veronika Kaiser
in Veranstaltungen
um
14:51
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Tags für diesen Artikel: blogreporterin, diskussionen, feminismus, frauen, gender, gender happening, Veranstaltungen, web2.0
Dienstag, 16. Februar 2010
Abschluss der Kampagne "125 Jahre Berliner Afrikakonferenz"
Am 27. Februar 2010 findet das große Finale, der mehrmonatigen Gedenkkampagne zu "125 Jahre Berliner Afrikakonferenz", statt.
Mehr als 75 Organisationen und Institutionen der Bundesrepublik haben auf über 50 Veranstaltungen die Kampagne bislang unterstützt.
Der Abschluss der Kampagne beginnt um 11Uhr mit einem Festakt zur Umbenennung des Berlin-Kreuzberger "Gröbenufers" in "May-Ayim-Ufer".
Ab 13 Uhr beginnt der Gedenkmarsch für die afrikanischen Opfer von Sklavenhandel, Sklaverei, Kolonialismus und rassistischer Gewalt statt.
Ort: Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain, Zirkus Cabuwazi, Gröbenufer/May-Ayim-Ufer 2
Zeit: Samstag 27. Februar 2010 11Uhr
Die Abschlusseinladung zum download.
Mehr als 75 Organisationen und Institutionen der Bundesrepublik haben auf über 50 Veranstaltungen die Kampagne bislang unterstützt.
Der Abschluss der Kampagne beginnt um 11Uhr mit einem Festakt zur Umbenennung des Berlin-Kreuzberger "Gröbenufers" in "May-Ayim-Ufer". Ab 13 Uhr beginnt der Gedenkmarsch für die afrikanischen Opfer von Sklavenhandel, Sklaverei, Kolonialismus und rassistischer Gewalt statt.
Ort: Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain, Zirkus Cabuwazi, Gröbenufer/May-Ayim-Ufer 2
Zeit: Samstag 27. Februar 2010 11Uhr
Die Abschlusseinladung zum download.
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Veranstaltungen
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Tags für diesen Artikel: eröffnung, frauen, gender, geschichte, globalisierung, kolonialismus, konflikt, krieg, rassismus, stadt, südafrika, Veranstaltungen
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