Vor gut zwei Jahren führten Publikationen wie „Alphamädchen“, „F-Klasse“ oder „Neue deutsche Mädchen“ im politischen Feuilleton zu der Debatte darüber, ob wir einen „neuen“ Feminismus brauchen. In der auf der GWI-Webseite geführten Online-Debatte „Was ist der Streit-Wert?“ wurden hier verschiedene Positionen dargestellt, Kontinuitäten und Brüche sichtbar und diskutiert. Junge und „alte“ Feminist_innen zerstritten oder verständigten sich.
Eher unberührt blieb dieser Diskurs von einer damals schon bestehenden Debatte von mehr oder weniger geschlechterpolitisch bewegten Männer(gruppe)n, sogenannten „Männerrechtlern“ oder auch Frauen, die der Meinung sind, dass gegenwärtige Geschlechterdiskurse – bezogen auf die Inklusion von männerspezifischen Fragestellungen und Männerpolitik(en) – blinde Flecken haben. Die Gleichberechtigung hierzulande sei längst erreicht bzw. schon über’s Ziel hinausgeschossen. Vielerorts wird die Benachteiligung von Jungs und Männern z.B. im Bildungs- oder Gesundheitssystem, als Opfer von Gewalt, beim Sorgerecht oder im Militär reklamiert und „der“ Feminismus dafür verantwortlich gemacht. Auf der anderen Seite steht das ‚Grüne Männermanifest’, das von einer profeministischen Perspektive auf die unzureichende Auseinandersetzung mit den Themen Männerrollen/ männliche Identitäten, Männer und Gesundheit, Väter etc. hinweist.
Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung will diese Diskussion aus einer kritischen Perspektive in Blogform begleiten und Ideen und Impulse für zukünftige Geschlechterpolitik(en) sammeln.
u. a. mit
• Sabine Hark, Soziologin und Leiterin des ZIFG, Berlin
• Sebastian Scheele, Soziologe, Berlin
• Kai Gehring, MdB BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Berlin
• Elahe Haschemi Yekani, Anglistin und Gender-Wissenschaftlerin, Berlin
• Volker Handke, Dipl.-Ing. Technischer Umweltschutz und Mitglied beim Forum Männer, Berlin
• Astrid Rothe-Beinlich, MdL BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Erfurt
• Sven Glawion, Germanist und Gender-Wissenschaftler, Berlin
• Andreas Kraß, Literaturwissenschaftler und Experte für Queer Studies, Frankfurt a.M.
Es darf fleißig mitdislutiert werden. Wer einen Beitrag zu dem Thema verfassen möchte, wende sich per Mail an gwi@boell.de.
Judith Butler am 18.6. in der Volksbühne - eine feministisch- queere Lecture, die mich begeistert hat. Ein Eintreten für grundlegende Freiheitsrechte aller (diskriminierten Gruppen), um die Formulierung eines gesellschaftlichen Entwurfs frei von Rassismus und jeglicher Art von Diskriminierung, um Eintreten gegen Militarisierung und Krieg, ein Plädoyer für Einmischen auch und gerade durch diskriminierte und minoisierte, ausgegrenzte Gruppen egal ob Lesben. Schwule, Queere oder sonst wie (Un)definierte. Ihr Verständnis von Freiheit erinnerte mich an Rosa Luxemburgs "Freiheit der Andersdenkenden" und ist gleichzeitig darüber hinaus weisend, da sie auch den Respekt vor dem Anders sein und Anders handeln postulierte. Ihr politischer Ansatz: mit ihrer destruktivistischen Position eine Fortführung des politischen Feminismus der 90er Jahre, der ja auch eine gesamte gesellschaftspolitische Vision implizierte, bei dem es nicht nur um das Eintreten für Frauenrechte ging, sondern um das Engagement gegen jede Form hegemonialer Gewalt und Herrschaft. Besonders bemerkenswert und politisch weiterführend: Butlers Verbindung von queerer Politik mit Eintreten gegen Militarismus und Krieg und ihre deutliche Ablehnung lobbyistischer Identitätspolitiken.
Es ist bezeichnend und ärgerlich, dass es in der medialen Berichterstattung kaum um diese inhaltliche Position Butlers ging, sondern in erster Linie um ihre Ablehnung des Zivilcourage-Preises auf dem CSD und den darum entstandenen Eklat.
Ein politisches Armutszeugnis auch, dass die CSD-Szene selbst sich in der Debatte so wenig mit Butlers inhaltlichen Positionen und ihrer Kritik an einer auf die eigene Identität ausgerichteten Politik auseinander setzt. Das halte ich für die weiter reichenden und gesellschaftlich weiterführenden Frage: Wie kommen wir aus dem Dilemma heraus, dass es einerseits notwendig ist, Diskriminierungen minoisierter Gruppen zu problematisieren und für ihren Schutz und die gesellschaftliche Akzeptanz einzutreten, und andererseits jegliche Polarisierung und identitäre Abgrenzungen zu verhindern? Wie schaffen wir es, auf die eigenen Interessen ausgerichtete identitäre Lobbypolitik abzubauen? Wo finden wir welche Bündnispartner_innen für eine gemeinsame und wirkungsmächtige Politik, die das Engagement für grundlegende Freiheitsrechte, gegen Krieg und Militarismus, mit dem gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen verbindet?
Nachtrag - 3sat-Kulturzeit über Judith Butler und den Eklat beim Berliner CSD
Präsentation und Diskussion aktueller empirischer Studien zum Normalitätsregime von Geschlecht und Homosexualität im Wechselspiel von Politik und Medien
„Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ - Im Kontext westeuropäischer Mediendemokratien scheinen offen schwule Spitzenpolitiker eine neue ‚aufgeklärte’ Normalität zu repräsentieren. Aber wie steht es mit Lesben? Und wie weit trägt eine Emanzipation durch Normalisierung? Wo schlägt sie um in eine erneute Normierung von Geschlecht und Sexualität? Und inwiefern ist trotz aller Prominenzgewinne ein massenmediales Outing immer nur eine Normalität auf Bewährung? Diese Fragen leiten drei aktuelle empirische Forschungsprojekte aus verschiedenen trans/disziplinären Perspektiven.
Zeit: Freitag 11. Juni 2010, 15:oo – 18:3o Uhr Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften, Universitätsstraße 3b, Raum 002
Mit:
Dr. Tuula Juvonen (Universität Jyväskylä/ Universität Helsinki, CoE Politics of Philosophy and Gender /Gastwissenschaftlerin am ZTG)
„Coming out auf lesbisch? - Lesbische Politikerinnen in der bundesdeutschen Politiklandschaft“
Dipl.Soz. Dipl.Ing. Andreas Heilmann (Humboldt-Universität zu Berlin/Institut für Sozialwissenschaften)
„Die Normalisierung homosexueller Männlichkeit im printmedialen Diskurs der Politiker-Outings“
Dr. Cristina Johnston (University of Stirling/School of Languages, Cultures and Religions)
„Bertrand Delanoë and the Gay Archives: Coming Out in the French Republic”
Globalization and new power configurations in the world have greatly changed the meaning of peace and security. Poverty, climate- and resource-related conflicts, instable governments, regional and international terrorist groups, and criminal organizations all pose a threat to security and stability everywhere. Throughout the world these problems lead to insecurity and new perceptions of threat.
These developments are being followed critically by peace networks and experts from civil society. For quite some time women’s organizations and feminist networks have been increasingly involved, putting the gender perspective back on the agenda. Since October 2000, UN Security Council Resolution 1325 has been paving the way to greater gender sensitivity in peace and security policy. It could be a milestone for gender-equitable security policy. But up to now this resolution has not developed its own institutional strength within the UN system and the international community. This volume contributes to filling the gap in knowledge about approaches both to gender-sensitive peace and security policy.
With contributions by Sanam Naraghi Anderlini, Andreas Zumach, Karen Barnes, Lynne Christine Alice, Mariam Notten, Ute Scheub and others.
Roadmap to 1325
Resolution for gender-sensitive peace and security policies
Edited by the Gunda Werner Institute for Feminism and Gender Democracy in the
Heinrich Böll Foundation
Verlag Barbara Budrich, Leverkusen/Farmington Hills 2010, 224 Seiten, 22,- Euro
ISBN 978-3-86649-311-7
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Am Dienstag abend gab es den (monatlichen?) Jour Fix (der Heinrich Böll Stiftung?) zu "Finanz- und Wirtschaftskrise - was hat "Gender" damit zu tun?".
Wie es aussieht, sind auch Andere auf die Idee gekommen, dass Rettungspakete auch anders genutzt werden könnte als zur Unterstützung der Finanzmärkte; das abgebildete Plakat fand sich auf meiner Heimfahrt am Straßenrand der Friedrich- bzw. Chauseestr. :
Menschen - keine Männer oder Frauen. Kinder - ebenfalls unkategorisiert als männlich oder weiblich. Also: alles Gender oder wie jetzt?
Von welcher Bedeutung ist Simone de Beauvoirs Werk „Das andere Geschlecht“ 60 Jahre nach seinem Erscheinen und wie aktuell sind die darin enthaltenen Beobachtungen und Forderungen? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen trafen sich gestern Ingeborg Gleichauf, Autorin und Beauvoir-Biographin, Effi Böhlke, Mitarbeiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Meredith Haaf, Studentin und Bloggerin bei Mädchenmannschaft.net, zum Gespräch.
Obwohl das umfangreiche und komplexe Werk hinreichend fruchtbaren Boden für einen regen Meinungsaustausch zu bieten versprach, nahm die Diskussion recht schnell einen zähen und umständlichen Lauf. Brav beantworteten die Teilnehmerinnen der Reihe um die vagen Fragen der Moderation. Der Begriff der Freiheit, um den sich das Gerede drehte, blieb dabei undefiniert und schwammig. Auf einzelne interessante Beiträge wurde nicht näher eingegangen, sodass eine lohnende Begegnung, etwa in Form einer Konfrontation, der drei geladenen Frauen gar nicht erst stattfinden konnte.
Deutlich wurde allein, dass unsere individualisierte Gesellschaft und die Vielfalt an möglichen Freiheitsdefinitionen es heute erschweren, einen Konsens für eine neue Feminismusdebatte zu finden. Seit 1949 hat sich insofern einiges verändert, als dass wir globaler denken - Beauvoir beschäftigte sich lediglich mit der Frau der westlichen Ersten Welt - und individueller handeln - die Frauen als Kategorie erscheint uns heute einschränkend und grob verallgemeinernd. Ebenso kommen heute zum binären Geschlechterverständnis Beauvoirs eine Menge anderer möglicher Geschlechtsidentitäten und Sexualorientierungen hinzu, die in einer aktuellen Debatte berücksichtigt werden müssen.
Und so kam es, dass in der gestrigen Zusammenkunft selbst einzelne kraftvolle Aussagen sich im allgemeinen trüben Gedankenbrei verflüssigten und die Chance, neue konkrete Thesen aufzustellen, an denen sich wieder die Geister scheiden können, ungenutzt blieb. Schade.
Als Gedankenanstoß und nachträglicher Versuch, für intellektuelle Reibungen zu sorgen, seien an dieser Stelle dennoch einige der bedeutenden Aussagen aufgeführt. Effi Böhlke beklagte die anhaltende Zurückhaltung der Frau, Verhaltensmuster abzuschütteln und Freiräume aufzubrechen. Sie selbst sei emanzipiert worden, als die Beziehung zu ihrem Mann zerbrach, also aus einem passiven Erlebnis und einer gewissen Notwendigkeit heraus. Ingeborg Gleichauf wies auf ihre eigene finanzielle Abhängigkeit hin, aus der sie sich trotz beruflichem Erfolg nicht befreien könne. Beide Frauen sind Mutter dreier Kinder und stehen den Aussagen Beauvoirs über die Mutterschaft distanziert gegenüber (hier hätte ich gerne mehr erfahren). Meredith Haaf, gab an, dass sich Frauen heutzutage zwar nicht mehr geknechtet fühlten, ihre Aggressionen deswegen jedoch nicht mehr nach Außen, sondern nach Innen richteten und so zum Opfer ihrer eigenen Täterschaft würden (Wem wird damit (nicht) gedient?). Bezeichnend war, dass trotz dieser – so fasse ich sie auf - resignierten Appelle, immer wieder auf die positive Entwicklung der Gesellschaft gepocht wurde, dass schon so viel erreicht worden ist und sich ja schon irgendwie frei fühle. Ist eine Bewegung zum Stillstand gekommen?
Glücklicher Weise meldete sich rechtzeitig Gitti Hentschel aus dem Publikum zu Wort. Ob denn, anstatt abzuwarten, dass der Staat (der Mann?) sich zu Gunsten der Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzt, nicht die Frauen zuerst daran arbeiten sollten, die Fesseln ihrer eigenen Sozialisation abzuschütteln? Das setzt immerhin ein Bewusstsein über die aktuelle Lage (von einem selbst) voraus. Die tagtägliche und Stückchenweise Eroberung von selbst bestimmten Handlungsräumen ist unsere Aufgabe und die dürfen wir uns nicht abnehmen lassen. Sie beginnt im Privaten und führt ohne Umwege in die Öffentlichkeit.
Im Gespräch: Vera Lorenz, Kathrin Purschke, Julius Heinicke, Christa Nickels und Edith Müller (v.l)
Unter dem Motto „Öko + links + feministisch = Die Grünen 1980“ trafen sich gestern im großen Saal der Heinrich Böll Stiftung zwei Generationen zum Gespräch. Edith Müller, Landtagsabgeordnete in NRW und Christa Nickels, Mitbegründerin der Grünen NRW, erinnerten sich an die turbulenten Anfänge einer Partei, die heute, so Müller, „endlich angekommen“ sei. Befragt wurden sie von der Studentin Kathrin Purschke und dem Doktoranden Julius Heinicke. Vera Lorenz, Mitarbeiterin der Heinrich Böll Stiftung, moderierte das Erzählcafé. Weniger von Öko, dafür umso mehr von Feminismus war die Rede und davon, wie die einstige Protestpartei zu einer Partei neuen Typs wurde. Als „richtiges, offenes Lernprojekt“ und als „Kind aller Parteien“ (Müller), hätten sich die Grünen in Deutschlands politischer Landschaft am Anfang der 1980er Jahre „weder links noch rechts, sondern vorne“ ansiedeln wollen. Dass die Partei zunehmend ihren Platz im linken Flügel einnahm, lag in der Natur der Sache: Basisdemokratisch orientiert, bewegte sie Menschen unterschiedlichster politischer Herkunft zur Teilhabe und Partizipation. Noch heute sei die Partei eine offene, die engagierten Bürgern die Mitwirkung auch ohne Mitgliedschaft anbiete, betonte Nickels.
Als selbsternannte „personifizierte Frauenbewegung“ unterschrieb Christa Nickels damals als eine der Ersten das Müttermanifest, welches 1987 veröffentlicht wurde, und beteiligte sich intensiv an der kontroversen Diskussion um das Abtreibungsgesetz §218. Nickels, die sich als Mutter zweier Kinder und bekennende Katholikin stets als zwischen den Stühlen sitzend bezeichnet, wies mehrmals im Laufe des Gesprächs, aber vor allem in Bezug auf die Emanzipation, auf die Wichtigkeit hin, Konflikte auszuhalten und gesprächsfähig zu bleiben. So sei das Rotationsprinzip, das 1983 mit den Grünen in den Bundestag einzog, und auch die Frauenfraktion kein Modell für die Zukunft geblieben, aber ein entscheidender Schritt auf dem Weg, Machtverhältnisse neu zu überdenken und gewichten zu wollen, gab zustimmend Müller zu bedenken.
Die Realpolitik habe gezeigt, dass die Unterdrückung von Konkurrenzverhalten kein produktives Mittel zur Gestaltung unserer Gesellschaft sei. Wichtig sei heute, unter Frauen offene Konkurrenz auszutragen und Verletzungen nicht zu scheuen. So läge es vor allem in der Verantwortung weiblicher Führungskräfte, die Kompetenz der Frauen zu fördern und dafür zu sorgen, dass ihre Unterrepräsentanz kontinuierlich aufgehoben wird. Hierarchie fördere den Wettbewerbswillen, so Müller weiter. Keine reglementierte, sondern eine natürliche Rotation sei dabei von Bedeutung. Hängen geblieben ist Christa Nickels abschließender Satz: „Die richtigen Leute am richtigen Ort zur richtigen Zeit sind zwar noch keine Revolution, können aber enorm viel bewegen.“ Ein Aufforderung an uns alle, nicht nur Verantwortung für unsere Verletzlichkeit zu tragen, sondern auch für unser Können und Solidarität zu üben durch aufmerksames Hinhören und aufrichtiges Handeln. Angekommen sind wir noch lange nicht.
Einführungsvortrag: Was bringt uns genderpolitisch weiter?
Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, durfte den Auftakt zum Gender Happening machen: Vor etwa 100 Zuhörer_innen sprach sie über ihre feministischen Anfänge, die Forderungen von vor 30 Jahren und von heute - und erdete damit gleich den Diskurs: Für sie bedeutet "Gender" keine Utopie, in der Geschlecht als Kategorie abgeschafft wird, sondern ist ein Kampf um die Gleichstellung der beiden Geschlechter, eine Erweiterung des Feminismus.
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Jede_r "arbeitet sexuell" um irgendwie "erfolgreich" im Beruf zu sein. In diesem Sinne bringt jede_r die Stärken des Geschlechts in den Arbeitskontext ein, um von den zu erreichenden Zielgruppen wahrgenommen zu werden. Wahrnehmbarkeit richtet sich nach geschlechtlichen und gesellschaftlichen Normen. Dies soll in der Podiumsdiskussion vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlkämpfe in diesem Jahr diskutiert und illustriert werden.
Eine Frage kann dementsprechend sein: Sprechen Angela Merkel, Ségolène Royal, Hillary Clinton eine Sprache der Feminisierung der Politik oder der Maskulinisierung mit weiblichem Antlitz? Inwiefern reaktivieren männliche Politiker kollektive Geschlechterbilder, wie die des Gigolos (Berlusconi) oder des eitlen Egomanen (zum Selberausfüllen).
Bridge Markland wird die Wege aber auch Möglichkeiten von geschlechtlicher und gesellschaftlicher Norm, im Anschluss an die Diskussion, in einer Performance vorführen.
Diskutant_innen:
Nadja Sennewald
Barbara Unmüßig - Grußwort von Barbara Unmüßig
Robert Habeck
Albert Eckert (Mod)
und anschließende Show Bridge Markland
In dem Workshop soll es um neue politische Aktionsformen zur Dekonstruktion von sexueller Identität gehen.
Sexuelle Identität wird, auch im politischen Kontext, häufig als sehr persönliches, emotionales Thema und Handlungsfeld wahrgenommen. Der Workshop zeigt Wege, wie sexuelle Identität politisch „nutzbar“ gemacht werden kann und zeigt auf wie Herrschaftsverhältnisse in unserer Gesellschaft funktionieren.
Politik steht dabei im Mittelpunkt, auch wenn die persönliche Dimension nicht ausgeblendet werden kann. Mit neuen aufrüttelnden, vielleicht radikalen, queeren Ansätzen sollen Ideen entwickelt werden, die es mensch ermöglichen Problematiken im Umgang mit Sexualität in der politischen Praxis darzustellen kann, ohne voyeuristisch und pornografisierend zu sein.
„Wir sind der Auffassung, dass Sexualität grundsätzlich die Art, wie Herrschaftsverhältnisse in unserer Gesellschaft funktionieren, bestimmt. Biologisches
Geschlecht, soziales Geschlecht und Begehren sind innerhalb einer sozialen Verbindung miteinander verschränkt. In unserer Gesellschaft drückt sich diese Verschränkung in Heteronormativität aus. Damit wird ein System beschrieben, welches von einer zweigeschlechtlichen Norm ausgeht, in der sich die beiden Geschlechter in ihrem Begehren wechselseitig aufeinanderbeziehen; das heißt eine Frau muss einen Mann begehren und umgekehrt. Formen sexueller Identität, die davon abweichen, werden in unserer Gesellschaft diskriminiert und teilweise politisch wie auch sozial bekämpft. Das so erzeugte Unterdrückungsverhältnis geht nicht von irgendeiner dubiosen Herrscher_innenelite aus. Wir reproduzieren diese Machtverhältnisse selbst in unserem sozialem Miteinander, indem wir uns als Mann oder Frau erkennen, von geschlechtsspezifischen Bedürfnissen ausgehen und uns dementsprechend verhalten.Diese Wirkmechanismen sind ungemein mächtig. Wir wollen nicht hilflos vor ihnen stehen, sondern ständig an deren Dekonstruktion arbeiten, um zu einer freien Gesellschaft zu gelangen. Deshalb müssen wir unsere Sexualität endlich auch politisch erfassen und auch so diskutieren!“
Geplanter Ablauf
1. Teil: Wie setzt sich die GRÜNE JUGEND theoretisch mit dem Thema auseinander?
Was können wir leisten/ was nicht? Wie können wir als politischer Verband agieren und
Forderungen stellen? Wie können wir uns besser mit anderen Akteur_innen vernetzen?
Referent_innen:
Moritz Keppler, Mitglied der AG „Geschlechter abschaffen“ der GRÜNEN
JUGEND*
Terry Reintke, Frauen- und Genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND
2. Teil: Wie können wir unsere Forderungen praktisch umsetzen? Welche politischen
Aktionsformen können wir nutzen? Wie können wir sinnvoll einfach umsetzbare, klare und
prägnante politische Aktionen entwickeln?
Referent_innen:
Patrick Gaden, Gender-Performancekünstler
Dorothée Zombronner, Künstlerin
Workshopleitung:
Nele Peerenboom
Johanna Kutsche