Artikel mit Tag sprache
Freitag, 10. Juli 2009
Gender - ein feministischer Blick
Es gab vor allem Kritik bezogen auf die Zu-Ordnung in "Schubladen" - männlich ODER weiblich. Zudem, dass es gälte, dieses zu verändern. Auch konkrete Vorschläge waren zu hören, an welchen Stellen welche Änderungen sinnvoll oder not-wendig wären. Demnach bedeutet Gender, dass offenbar vor allem anderen den derzeit für die Mehrheit gültigen "Schubläden" ihre Gültigkeit entzogen werden sollte - lieber heute als morgen.
Dies entspricht ja auch durchaus dem, was sich z.B. sowohl im gender@wiki als auch bei Wikipedia zum Begriff Gender findet.
Für Einige wäre es sicher angemessen, keiner "Kennzeichnungspflicht" nachkommen zu müssen. Vielleicht lohnt es auch für Alle, solche "Kennzeichnungen" zu hinterfragen. Es ist auch sicher sinnvoll, in Zeiten der (Finanz-)Krise Bündnisse über bestehende Gräben einer Geschlechterzuordnung hinweg zu schließen - um der besseren ZUSAMMENarbeit willen. Mit vereinten Kräften lässt sich sicher mehr erreichen.
Aber: Ist es im Sinne einer feministischen Weltanschauung, vor allem Einigkeit darüber zu erzielen, besagte Schubladen abzuschaffen?
Während des Formulierens komme ich zu dem Schluss, dass Gender wahrscheinlich tatsächlich "mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern" zum Ziel hat - während "die" Feminist_innen die vorhandene Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern geändert sehen wollen.
Donnerstag, 9. Juli 2009
Queer up the Word
[rhythmisch und laut zu lesen]
Dienstagabend Poetry Slam.
Man.
MAM!
Es war kein Slam nein kein Turnier
Nur open stage für Alle hier.
NUR?
NUR open stage?
Ein Feuerwerk!
Mit Hakenberg (Sarah für Unbeleckte)
Mit KaCoSónia – als-ich-ein-Kind-war-
Mit Katinka I’m-fucking-big-on-stage Kraft
Paula Varjack aus London, Sean Kennedy, NY
NY, und why not
Tom vom Mars
Sonst ist er im Ackerkeller)
Christina „Lauschgift“ Schneider, zu emanzipierten Haaren.
Anti g.one rappt über Watte
Mit KNIE-kehlenlanger Matte
Silke Galler hatte Taschen
Eve McFar kam uns ganz nah…
Herbert Beesten ging. Über Fußgängerbrücken.
Jetzt aber zu den wahren Stücken –
Den queeren Workshop-Weltpremieren
Der Slam-Debütantinnen Debut-Tanten:
Elisabeth Hager –Eifersucht
Lisa Mänzel! Zu Mut.
Karin Wissel! Zu bonbonverteilenden Brüsten.
Es gab Tränen
Der Begeisterung.
MACHT WEITER! Hier das Stück zum Anhören.
Die Verfasserin ist Slam-Debütantin - aber man soll sich nie für sich entschuldigen, sagten uns Céline und Katinka...
Mittwoch, 8. Juli 2009
Am Anfang stand der Auftakt
Und dort waren etwa 100-120 Personen. Deutlich mehr als die Hälfte hob die Hand bei der Frage danach, ob sie sich als Frau definieren würden. Eine ganze Reihe der Anwesenden wollte sich als Mann definiert wissen. Wieder Andere wollten keine der "definierten Kategorien" für sich beanspruchen. Was ganz sicher im Sinne der Veranstalter_innen war.
Natürlich ist so eine offizielle Eröffnung immer auch sehr zeitbegrenzt - hier standen 30 min. zur Verfügung. Es gab einen Film (für die, die ihn verpasst haben - gibt´s auch hier auf der Site - oben rechts). Und besagte Fragen. Und die Frage an "die vom Podium" was sie mit der größten Spannung erwarten würden.
Ich habe mich mit Spannung angemeldet. Ich wollte gern VIELEN begegnen, die sich mit dem Thema Gender befassen, befassen wollen, befasst haben. Es ist ganz sicher so, dass VIELE dort sind. Und doch scheine ich eines nicht bedacht zu haben - die meisten kommen offenbar aus dem Gender-Umfeld - haben studiert oder sind am Studieren. Reden in "ihrer" Fachsprache. Sind offen und freundlich - kein Zweifel. Und hängen dennoch immer wieder die ab, die sich weniger auskennen. ICH finde das schade.
Ich werde dennoch weiter schauen, was es an Aktionen, Re-Aktionen und Veranstaltungen gibt. Die Auswahl ist GROSS - es sind ganz sicher "Perlen für alle" dabei. SIE gilt es zu entdecken. Auch auf diesem Blog. Aber ganz sicher "life und vor Ort". Beides hat ihren/seinen Platz. Abwarten, welchen sie in meiner persönlichen Sicht belegen. Noch ist nicht aller (Veranstaltungs-)Tage Abend.
Dienstag, 7. Juli 2009
Pussy Faggot: kein Holzblasinstrument
Ja, und Pussy Faggot? Das ist eine der spielerisch-differenzierten Kategorien, womit sich Queers in den USA auf einem offenen Kontinuum der Sexualität definieren. Wer eine Vulva hat, sich als Mann fühlt und Männer liebt ist - hetero oder homo? Mann oder Frau? Pussy Faggot! Nun muss das nicht Jede(r) wissen: als ein Teilnehmer den Faggot als Holzblasinstrument las, entstand ein bezaubernd schräges, schlüpfriges, suchendes Stück. Vive la poésie!
JuristInnen zum Reiten der heiligen Kuh gesucht
Arikel 3 (3):Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Antje Hornscheidt, Professorin für Gender Studies und skandinavistische Linguistik am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien, interpretiert diesen Textabschnitt dahingehend, dass hier Zuschreibungen gemacht werden, derart, dass jede_r ein Geschlecht hat, jede_r eine Herkunft, jede_r eine Rasse, etc. Besonders der Begriff "Rasse" wird von ihr kritisch hervorgehoben. Von einer der Teilnehmer_innen wird eingeworfen, dass dieser Sprachgebrauch den historischen Zusammenhängen geschuldet sei. Das wird jedoch als ausreichendes Argument gegen eine Änderung des Sprachgebrauchs wie in dem obigen Beispiel abgewiesen. Besonders problematisch zeigt sich die Verwendung des Begriffs "Rasse" im Grundgesetz, durch seine weitere Verwendung im AGG. Im Kommentar von Christian Oberwetter www.oberwetter-olfen.de/upload/pdf/aggkommentar1.pdf zum AGG wird deutlich, dass dieser Sprachgebrauch nicht nur ein Problem deutscher Geschichte und einer Eigenheit der deutschen Sprache geschuldet ist, sondern dass die sprachliche Markierung des Anderen auch zum Schutz vor Diskriminierung ein eher globales Merkmal von gängigem Sprachgebrauch ist. "JuristInnen zum Reiten der heiligen Kuh gesucht" vollständig lesen »
Sonntag, 5. Juli 2009
Emanzipatives Schreiben im Ost-West-Vergleich - eine Diskussion
Welche Schlupflöcher bieten das Schreiben als auch das Lesen in Zeiten der (Geschlechter)Unterdrückung? - zum Beispiel die Verlagerung in andere Epochen oder andere Kulturräume, wie z.B. in Christa Wolfs "Kassandra" oder "Medea", Ingeborg Bachmanns "Das Buch Franza" oder Anna Seghers "Transit". Welche Rolle spielt Krankheit als Ausdruck für gesellschaftliche Misstände, wie in Ingeborg Bachmanns "Malina" oder Christa Wolfs "Leibhaftig". Oder was besagt das Gefühl des Verschüttetseins u.a. über die Starre der Geschlechterordnung und des politischen Systems aus, wie in den Gedichten Inge Müllers. Fragen die bezogen auf die Vergangenheit auch für gegenwärtige Texte problematisiert werden sollen. Beispielsweise ließe sich fragen, inwiefern sich in den Texten der Fräuleinwunder gleichermaßen ein Gefühl der Bewegungslosigkeit und Tristesse, insbesondere in Judith Hermanns "Sommerhaus später" auf Geschlechterverhältnisse zurückführen lassen. Worin steckt wiederum das Emanzipative dieser Texte?
Lässt sich ein Paradigmenwechsel in Bezg auf das Schreiben junger Frauen nachvollziehe? Birgt die scheinbare Geschwätzigkeit junger Autorinnen ebenso Potentiale der Subversion und Emanzipation, wie z.B. in Charlotte Roches "Feuchtgebiete"?
Diese und andere Fragen werden Bestandteil einer Diskussion zwischen Autorinnen, Lektorinnen und Literaturwissenschaftlerinnern - generationenübergreifend.
Diskutantinnen:
Sonja Hilzinger
Jana Hensel
Frauke Meyer-Gosau
Monika Melchert
Anette Handke (Mod)
Zum kompletten Programm von Gender is Happening
Freitag, 26. Juni 2009
Gender&Dolmetschen – neuer Workshop
Update: Achtung - dieser Workshop fällt leider aus, dafür gibt es einen neuen Workshop zu Gender&Dolmetschen aus queer-feministischer Perspektive!
Der Dienstag beim Gender Happening hat sich der Literatur&Sprache verpflichtet.
Ein Workshop der für das Thema Gender&Dolmetschen sensibilisieren soll, darf da natürlich nicht fehlen. Denn Dolmetscher_innen können zu übersetzende Sprache insofern beeinflussen, als dass sie mit ihrer Entscheidung Dinge/Aussagen unterdrücken oder hervorheben können. Als Fachmenschen für Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen, sind es Dolmetscher_innen, die entscheiden können welchen Weltinterpretationen eine Wichtigkeit bzw. ein sprachlicher Raum zugesprochen wird und welcher nicht, sie gestalten dementsprechend Gesellschaft aktiv mit.
Der Workshop vermittelt die Grundlagen zum geschlechtergerechten Formulieren, in der gesprochenen Sprache und dem Dolmetschen.
Workshopteilnehmer_innen haben die Möglichkeit selbst kurze Texte zu dolmetschen(auf Deutsch) und zu testen wie geschlechtergerecht gedolmetscht werden kann.
Wege, Ideen und Möglichkeiten wie geschlechtergerechtes dolmetschen von statten gehen kann sollen gemeinsam gefunden und ausprobiert, mögliche Schwierigkeiten thematisiert werden.
In Rollenspielen werden die Machtpositionen von Dolmetscher_innen aufgezeigt und es wird gemeinsam überlegt, wie Dolmetscher_innen auf z.B. (frauen)diskriminierende oder sexistische Äußerungen selbstsicher reagieren können.
Workshopleitung:
Zum kompletten Programm von Gender is Happening!
Montag, 22. Juni 2009
Sprachliche Diskriminierungen und Privilegierungen interdependent
UPDATE: dieser Workshop ist leider schon ausgebucht!!!
Sprache=Macht – in welcher Weise wir diese einsetzen und nutzen wird in dem Workshop mit besonderer Hinsicht auf sprachliche Diskriminierungshandlungen aufgezeigt.
Der Workshop verhandelt mit den beteiligten Personen sprachliche Diskriminierung und Privilegierungen, besonders in deren Zusammenspiel unterschiedlicher Machtverhältnisse und verschiedenster Konstruktionsprozesse.
Der Workshop soll bei der Sensibilisierung für die diskriminierende Wirkung eigener Sprachhandlungen beitragen. Darüber hinaus soll er die reflektierte Veränderung der eigenen Sprache anregen sowie Strategien und Argumentationen aufzeigen.
Workshopleitung:
Zum kompletten Programm von Gender is Happening!



